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19. Französische Filmtage


Schaubühne Lindenfels und Passage Kinos laden auch in diesem Jahr Cineasten und Filmfreunde zur filmischen Entdeckung unseres Nachbarlandes Frankreich ein.

EXTRAORDINAIRE - Französische Filmtage in der Schaubühne Lindenfels
Programmauswahl: René Reinhardt
Programmassistenz und Disposition: Elisa Schmücking

Im Mittelpunkt unseres diesjährigen Programmes stehen Filme, die noch nicht oder nicht mehr im deutschen Kinoverleih präsent sind. Wir spannen den Bogen zwischen Gegenwartskino und bedeutenden Werken der Filmgeschichte.
In der PERSPECTIVE RÉTRO: EXTRAORDINAIRE werden mit Cocteau, Franju und Marker drei Solitäre der französischen Filmkunst vorgestellt. Mit dieser Auswahl an Regisseuren wollen wir unserem Publikum drei wichtige Persönlichkeiten Frankreichs sowie Ausschnitte aus deren Lebenswerk näher bringen und zugleich eine über verschiedene Jahrzehnte, Stile und Genres reichende Perspektive auf das französische Kino eröffnen. In unserem Programm soll Filmgeschichte immer wieder als neu zu sehende und interpretierende Voraussetzung für alles Neue im Kino sichtbar werden.
Der Experimentalist Jean Cocteau (1889 - 1963) verstand sich trotz seiner Leistungen in fast allen künstlerischen Bereichen zwar vor allem als Schriftsteller, dennoch haben seine surrealistischen Bildwelten das Kino maßgeblich beeinflusst. Inzwischen ist es schon eine Erwähnung wert, dass wir die Filme Cocteaus im ursprünglichen 35mm-Format abspielen und nicht in digitalisierter Form! Die Filmrollen konnten wir nach vielen Mühen in der Schweiz ausfindig machen.
Auf andere Weise poetisch sind die dokumentarischen Arbeiten Georges Franjus (1912 - 1987) . Durch seine Kamera- und Montagetechnik verwandelt er Realität zu Metaphern und Zeitgeschehen ins Universelle. Als Mitbegründer der Cinémathéque Française hat er einen wichtigen Schritt zur Akzeptanz des Kinos als Kunst geleistet.
Zur nächsten Generation des französischen Kinos gehört der letztes Jahr verstorbene Chris Marker (1921 - 2012). Der studierte Philosoph und Beteiligter der Résistance umschreibt in seinen Arbeiten immer wieder das Thema Krieg und Widerstand. Mit neuen Formen des Essayismus im Bereich des Dokumentarfilms gehört er zu den zentralen „neuen Filmemachern" des 20. Jahrhunderts.
Ein Fest für alle Cineasten ist in diesem Zusammenhang zweifelsohne das so bisher noch nie aufgeführte Filmdoppel „Le grand Méliès " und „Une journée d'Andreï Arsenevitch", denn wir begegnen neben den beiden Regisseuren der Filme, Franju und Marker, zwei Genies des Kinos: George Méliès und Andrej Tarkowskij, die in den jeweiligen Werken auch selbst auftreten.

Unsere Programmauswahl EXTRAORDINAIRE komplettieren zwei Leipzigpremieren, die wir direkt von Filmfestivals in die Schaubühne holen und die frankophones Kino außerhalb der „Grande Nation" repräsentieren. Wir zeigen neue Filme aus Frankreich jenseits des kulinarischen Kinos und bringen im „Rausch der Töne und Bilder" anlässlich seines 85. Geburtstages Jacques Rivettes Meisterwerk „Die Schöne Querulantin" zur Wiederaufführung - in einer Kooperation mit dem Gewandhaus zu Leipzig.

Wir danken der Französischen Botschaft für die Unterstützung bei der Realisierung der Reihen zu Chris Marker und Georges Franju.

weitere Informationen zum gesamten Programm finden Sie unter: www.franzoesische-filmtage.de