Programm

Schaubuehne.com/ schlau

Mit Theater, Film, Musik, Tanz, Kunst die Welt verändern und besser machen - wie könnte das gehen? Wenn die „Schaubühne" bei Schiller und Benjamin als Ort des Genusses und als wichtige moralische und pädagogische Institution hervorgehoben wird, muss das Letztere uns heute wirklich verschrecken?

Ist ein Begriff wie „ästhetische Erziehung" aus dem Repertoire zu nehmen, nur weil alles immer leichter und unverbindlicher beschrieben bzw. beworben werden muss?

So ganz unverbindlich lässt sich jedoch die Realität von (Sinn-)Krisen, Katastrophen, Kriegen und (neuer) Armut nicht erklären, nicht bewältigen oder gar verändern. Auch wenn das keine neue Erkenntnis ist, wird sie uns doch deutlicher, je näher uns die Dinge auf den Leib rücken. Zeichen lesen und deuten lernen, Zusammenhänge erkennen und zurückzuführen auf Motive menschlichen Handelns und letztlich auf die Frage unserer eigenen Existenz, nicht nur der individualistischen, sondern auch der gemeinsamen auf diesem Planeten, darum sollte es einer (lebenslangen) ästhetischen Bildung gehen? Und dass diese Form der Auseinandersetzung mit dem Leben in dieser Welt, in dieser Zeit auch noch mit Spaß, der Entdeckung von Kreativität, mit Lust- und mit Erkenntnisgewinn verbunden sein kann, dafür können „Schaubühnen" stehen und ausreichend unschulische „Lerneinheiten" und „Spielorte" bilden - natürlich nicht nur für Jugendliche.

Wenn der Sinn im Leben und der Welt von Dogmen, Fundamentalismen, Parteiperspektiven befreit befragt werden soll, welche Maßstäbe und Formen der Weltbetrachtung sind uns dann gegeben?

Die Annäherung an diese Fragen kann über die Anschauung des produktiven Ausdrucks der Menschen unterschiedlichster Zeiten und Kulturen, über ihre künstlerischen Entäußerungen erfolgen. Diese Aneignung kann uns die Welt spielerisch und klug aufschließen und in uns die Lust an Teilhabe und am eigenen Tun wecken. Das wäre eine Alphabetisierungskampagne ganz eigener Art und es ginge dabei mindestens um Medienkompetenz, Wertevermittlung, Kreativitätsschulung und Lesefähigkeiten.

In den kommenden Monaten werden wir über mehrere Ansätze den Versuch starten, die Präsentation und Produktion von künstlerischen Werken in der Schaubühne stärker mit vermittelnden und pädagogischen Angeboten zu verbinden und uns den oben formulierten Fragen zu stellen. Diese Projekte, Reihen, Workshops und Kurse werden sich sowohl an Kinder und Jugendliche als auch an Erwachsene aller Altersgruppen wenden.

Als Partner konnten wir die Rahn-Schulen und die International School Leipzig gewinnen. Die Bürgerstiftung Leipzig ermöglicht uns in diesem Kontext die Vergabe von Sommerakademie-Stipendien für Schüler, Auszubildende und Studenten und fördert unsere Filmvermittlungsreihe für Jugendliche. Darüber hinaus engagieren sich bereits einige unserer Aktionäre ehrenamtlich und mit Spenden für diese Initiative. Weitere Anregungen, produktive Begleitung und Unterstützung sind uns willkommen!

Zur Initiative gehören die 5. LEIPZIGER SOMMERAKADEMIE (01.- 09.07.); die bereits etablierte Reihe KINO IM VISIER, Filmvermittlung und -analyse für Erwachsene und Jugendliche; die Workshops KUNST DER PROJEKTION / KUNST DER VERMITTLUNG (September); die Projekte CINEMA TOOLS (Juni) und MOVIE AWARD (ab September) in Kooperation mit der International School Leipzig; ein Kinder- und Jugendtheaterprojekt begleitet und ergänzt die Inszenierung „Die heilige Johanna der Schlachthöfe" von Bertolt Brecht (Workshop Teil 1 vom 21.- 23.06) in Kooperation mit der Rahn-Schule Leipzig; sowie die Aktionärsinitiative Ticketpaten für Jugendliche.

 

September:

Die Kunst der Projektion" Filmvorführerlehrgang
Dozenten: Alexander Boldt, Bodo Pagels, Axel Lambrette ( Arsenal Berlin)

Der Workshop befähigt die TeilnehmerInnen in jedem Kino, sei es mit analoger oder digitaler Technik arbeiten zu können. Der Kurs vermittelt die relevanten Praxis- und Theorieteile.

  • Theorie (Optik, Filmformate)

  • Vorführtechnik (Theorie und Praxis) an unterschiedlichen Formaten und Projektor-Typen

  • Arbeit des Vorführer (Filmeingangsprüfung, Maschinenwartung, Versand)

  • Von Kinoalltag bis Festival-Stress

  • Umgang mit digitaler Technik" (Vor- und Nachtteile, neue Möglichkeiten, praktische Erfahrungen

Workshop Filmvermittlung

Vom 10.-12. September bieten wir einen Workshop zum Thema Filmvermittlung an, der vom Berliner Autor und Filmvermittler Michael Baute geleitet wird. Im Workshop werden verschiedene Formen von filmvermittelnden Präsentationen (Einführung, moderiertes Gespräch, Regie-, bzw. Schauspieler-Interview, pädagogisch fokussierte Nachbereitungen, Diskussionsleitung) besprochen und durchgespielt. Informations- und Materialrecherche, Einsatz von Medien, Zuschauerprofilanalysen und ein Crash-Kurs in basalen Techniken der Filmanalyse gehören außerdem zum Programm.

Kurszeiten: Fr. 10.9. 14-22 Uhr, Sa. 11.+So 12.9. 10-22 Uhr

Interessenten können sich jetzt schon anmelden: kultur@schaubuehne oder Tel: 4846215

Movie School"

ab September 2010: Projekt „Movie School" finanziert über eine Förderung der Bürgerstiftung Leipzig KMW-Studenten diskutieren einmal im Monat ausgewählte Filme des Kinorepertoires mit Jugendlichen Die Filmvermittler werden vorher in einem von der Schaubühne organisierten Kurs ausgebildet.
(Workshop Filmvermittlung im September).

 

Juli:

5. Leipziger Sommerakademie 1.-9.7.10

insgesamt 10 Kurse (Malerei, Zeichnung, Filmkunst, Siebdruck, Radierung, Holzschnitt, Comic, Illustration, Figurentheater)

ca. 80 Teilnehmer aus ganz Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz

Kooperationen mit kulturellen Einrichtungen im Leipziger Westen (Baumwollspinnerei, Druckkunstmuseum, Tapetenwerk, Lindenfels Westflügel usw.)

In diesem Jahr ist die Schaubühne zum ersten Mal gemeinsam mit dem Delikatessenhaus Mitveranstalter der Leipziger Sommerakademie. Die 5. Auflage der Akademie findet vom 1.-9.7.10 an verschiedenen Kursorten konzentriert im Leipziger Westen statt. Über 70 Teilnehmer aus ganz Deutschland, Frankreich, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden haben sich für die 10 Kurse angemeldet. Für Kurzentschlossene gibt es noch wenige freie Plätze in einigen Kursen.

Die Sommerakademie vernetzt gezielt vorhandene Kulturstandorte im Leipziger Westen: das Museum für Druckkunst (Radierung), die Baumwollspinnerei (Malerei 1, Zeichnung + Illustration), das Westwerk (Malerei 2), das Tapetenwerk (Holzschnitt) und das Projekt Fugitf (deutsch-französischer Comic-Workshop) werden Kurse beherbergen. Erstmals richtet auch die Schaubühne Lindenfels einen eigenen Kurs aus, wofür wir Rosa von Praunheim als Dozenten gewinnen konnten. Ebenso zum ersten Mal nimmt der Lindenfels Westflügel mit einem eigenen Figurentheater-Kurs teil.

Das umfangreiche Beiprogramm ermöglicht den Teilnehmern die Kunstszene Leipzigs kennenzulernen und Facetten der kulturellen Belebung des Leipziger Westens aufzuspüren. Am 9.7. laden wir zur Abschlussparty mit Präsentation des traditionellen Sommerakademie-Films ein.

Weitere Informationen zur Leipziger Sommerakademie unter www.leipzig-sommerakademie.de

 

Juni:

Cinema tools 23. + 24.6. „Was ist Kino heute?" Pilot-Projekt mit der International School Leipzig für eine geplante Zusammenarbeit im Bereich Medienvermittlung

Kino im Visier:

Einblick in die Filmvorführtechnik
mit Jakob Lober ( 8.+29.6.),
ab September 1x im Monat

Kinder- und Jugendtheaterprojekt zu Brechts „Heilige Johanna der Schlachthöfe"
mit Hanka Büchner 21.-23.6. 1. Workshop, Fortsetzung im August/ September bis zur Premiere von „Johanna" - Projektpräsentation
in Kooperation mit den Rahn-Schulen Leipzig und der Erich-Zeigner-Grundschule