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CITIZEN JULING (Polamuang Juling)

Im Mai 2004 wurde Juling Pongkunmul von einer Gruppe Frauen entführt, die sie so misshandelte, dass sie ins Koma fiel und im Januar 2007 starb. Die junge buddhistische Kunstlehrerin war aus dem Norden Thailands in den vorwiegend moslemischen Süden gezogen, um dort zu unterrichten. Ing K, Manit Sriwanichpoom und der demokratische Parlamentsabgeordnete Kraisak Choonhavan begaben sich gemeinsam auf eine viermonatige Reise in Thailands „Heart of Darkness“, die drei Südprovinzen.

„Herausgekommen ist ein Travellogue, das sich weniger für historische Hintergründe, die Zahl der Toten, Terroranschläge und Militärwillkür interessiert, sondern sich Zeit nimmt, den Menschen zuzuhören. Entstanden ist ein Tagebuch der Wut, der Trauer und der Hilflosigkeit. Die Tragödie eines dysfunktionalen Staates, aufgeführt in der Sprache seiner Bürger.“ (Berlinale Forum 2009)

Die Thailänderin อิ๋ง กาญจนะวณิชย์ Ing Kanjanavanit (die unter dem Künstlernamen Ing K arbeitet) ist eine der interessantesten und wagemutigsten südostasiatischen Filmemacherinnen und Künstlerinnen der Gegenwart. In ihren Händen wird die Kamera zu einer Waffe im Kampf um das Recht auf freie Meinungsäußerung. Wir freuen uns unermesslich, an drei Tagen einen Einblick in ihr Werk geben zu können und sie während zweier Screenings nach Leipzig einladen zu können. Ing K wird bei den Vorführungen von Shakespeare must die und Censormust die anwesend sein, um über ihre Filme zu sprechen.

1959 in Bangkok geboren, arbeitet sie nach einem Studienaufenthalt in England als UNHCR-Freiwillige in Flüchtlingslagern an der thailändisch-kambodschanischen Grenze. Anschließend ist sie als Journalistin tätig und spezialisiert sich auf Umweltthemen. 1991 beginnt sie Filme zu drehen, ist aber gleichermaßen bildende Künstlerin und zweisprachige Autorin. In ihrem virtuos geschriebenen Blog bangkokloveletter.blogspot.de gibt sie aktuell unverstellte Einblicke in das Alltagsleben – und seine Abgründe – unter der Militärdiktatur in ihrer Heimat.

Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

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