CONTINUITY

CONTINUITY beginnt als emotionale Geschichte einer Rückkehr nach Hause. Thorsten und Katja, ein verheiratetes Paar mittleren Alters, holen immer wieder junge Soldaten in Bundeswehruniform vom lokalen Bahnhof ab. Jedes Mal ist es ein anderer Kriegsheimkehrer, den sie mitnehmen und dem sie bei sich zu Hause einen festlichen, wenn auch etwas unbeholfenen Empfang bereiten. Eines haben alle jungen Männer gemeinsam: auf dem Namensschild ihrer Uniformen steht „Fiedler“ – der Familienname der beiden Eltern. Und alle diese jungen Männer verschwinden – auf nicht geklärte Weise. Es bleibt unaufgelöst, ob es einen Daniel Fiedler jemals gab, woher Trauer und Hoffnung der Eltern rühren und ob die jungen Männer womöglich Prostituierte sind, die dem Paar helfen sollen ihre Trennung abzuwenden. CONTINUITY baut eine immense Spannung auf, nimmt einen gefangen, schlägt erzählerische Volten, wechselt Identitäten, wird aber an keiner Stelle so labyrinthisch, dass er den Kontakt zum Publikum verliert. Immer wieder werden subtile Fährten gelegt, zwischendurch flackern klare Momente auf, bevor es dann gleich weiter geht, hinein in die nächste raffinierte, inhaltliche Verwicklung, in einen weiteren Loop. Als Variationen eines unheimlichen Rituals samt seiner sonderbaren Rollenspiele kippen diese immer wieder ins unerwartet Erotische. Omer Fasts Interessen sind das Stolpern, das Herausfallen aus der Linearität einer Geschichte. Resultat sind produktive Irritation und die Dekonstruktion der filmischen Wirklichkeit. Unglaublich gut.

D 2016, R: Omer Fast, D: André Hennicke, Iris Böhm, Constantin von Jascheroff, OmeU, 85', DCP

Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

€ 6,5 (5,5 erm.)

im Grünen Salon


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