DAGNY JUEL – WERK UND LEBEN
vorgestellt von Lars Brandt

Dagny Juel (1867-1901) hat die Künstlerszene des ausklingenden 19. Jahrhunderts in Norwegen und Deutschland maßgeblich beeinflusst – wenn auch mehr durch ihre Persönlichkeit als durch ihr Werk. Sie gilt aufgrund ihrer zahlreichen Liebesaffären und ihres ausschweifenden Lebensstils als Femme fatale. Zu Lebzeiten noch relativ unbeachtet, gelangte der Großteil ihrer literarischen Arbeiten erst einige Jahre nach ihrem gewaltsamen Tod an die Öffentlichkeit. Erstmals erscheinen nun ihre gesammelten Texte in deutscher Sprache. Ausgehend von diesen, zeichnet der Schriftsteller und Filmemacher Lars Brandt das Bild einer Literatin, die von ihren Zeitgenossen auf ebenso hochfliegende wie widersprüchliche Weise beschrieben wurde. Stück für Stück fördert er die außergewöhnliche Persönlichkeit und die zerrissene Biografie Dagny Juels zutage - von ihrer behüteten Kindheit in Norwegen über ihre chaotische Zeit in Berlin (wo ein Großteil ihres literarischen Werks entstanden ist), bis zum 5. Juni 1901, dem Tag, an dem sie in einem Hotel im georgischen Tiflis von einem nicht erhörten Liebhaber erschossen wurde.

Aus dem literarischen Nachlass Dagny Juels sind wenige Erzählungen, vier kurze Dramen und einige Gedichte erhalten. Bei allen steht das Gefühlsleben der Figuren im Vordergrund. Die Rückkehr des unvergessenen Liebhabers, das katastrophale Scheitern einer Ehe, die Wirrungen komplizierter Dreiecksbeziehungen – diesen Themen nähert sich Dagny Juel in ihrer lakonischen Sprache über die Gefühle der von Zweifel, Schuld und Eifersucht getriebenen Figuren. Dabei kreisen alle Texte um die Liebe, die als gleichzeitig schaffende und vernichtende Kraft die Schicksale bestimmt.

Auf Lars Brandts Arbeit als Schriftsteller wirken sich spürbar die Erfahrungen als Maler und Filmemacher aus. Immer wieder operiert er an der Schnittstelle von Kunst und Literatur. In Ergänzung seines Dokumentarfilms „Momente des Glücks“ veröffentlichte er das Buch „H.C. Artmann - Ein Gespräch über den österreichischen Dichter“. Es folgten der vielbeachtete literarische Essay „Andenken“ über seinen Vater Willy Brandt sowie die Romane „Gold und Silber“ und „Alles Zirkus“. Texte von ihm werden immer wieder im Rundfunk, in Theatern, Literaturhäusern, Museen und Kunstvereinen präsentiert. In Beiträgen für Zeitschriften und Zeitungen nimmt er gelegentlich zu kulturellen und politischen Fragen Stellung.

Eine Veranstaltung des Weidle Verlags.

Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

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