Die zersägte Frau | 6. + 7. Sept
Eine Solo-Performance von Angelika Waniek

© bpk_Maurice Zalewski_adoc-photos© Angelika Waniek© bpk_Maurice Zalewski_adoc-photos© Angelika Waniek

Eine Solo-Performance von Angelika Waniek - entstanden in Zusammenarbeit mit der Künstlerin und Bühnenbildnerin Doris Dziersk | Premiere am 6. Sept

Wird Angelika Waniek zersägt oder zersägt sie sich selber? Hat sie weitere (gute) Tricks auf Lager? Vielleicht ein Schweben über die Bühne? Und was wird die über 2 Meter hohe Waschbürste von Doris Dziersk mit dem Körper der Performerin anstellen? Auf den Körper der Anderen lässt sich vieles werfen. Aber was, wenn es der eigene ist?

Angelika Wanieks Solo ist ein Spiel mit der Illusion. In einer Interaktion von Objekten, Körper und Sprache wird Unsichtbares sichtbar. Der 1922 in den USA patentierte Zaubertrick „Sawing a woman in half“ des Magiers Horace Goldin ist Ausgangspunkt der Performance. Eine Frau wird in Unter- und Oberleib zerzägt und anschließend wieder zusammengefügt. Während den ersten Vorführungen, so wird erzählt, sollen ZuschauerInnen in Ohnmacht gefallen sein.

Der Frauenkörper und unterschiedliche Ausprägungen gesellschaftlicher Projektionen auf ihn sind nicht nur bis heute virulent in Zaubershows und anderen Bühnenformaten, sondern auch in Malerei, Literatur, Film, Computerspielen sowie der Wissenschaft. Eine Gegenposition dazu nimmt die Performancekunst der 1960er und 1970er Jahre in Europa und den USA, vertreten z.B. durch Valie Export, Marina Abramovic und Ana Mendieta, ein.

In diesem kunsthistorischen Kontext bringt Angelika Waniek anhand von fiktiven und realen Geschichten Bilder von (Frauen-)körpern und deren Gestaltungsmöglichkeiten auf die Bühne. Die Zuschauenden werden dabei u.a. mit den Torturen konfrontiert, die an einem Körper vollzogen werden, und in die heikle Lage versetzt, mitverantwortlicher Teil des Ganzen zu sein. In einem Setting, in dem der Zuschauerraum nahtlos in die Szenenfläche übergeht, verhandelt Angelika Waniek die beiden Themen „Körper sein und gesellschaftlichen Prozessen ausgesetzt sein“ und „mediale Zeugenschaft“. Dabei bedient sie sich der Waniekschen Story-Telling-Manier, einem Erzählen in Objekt- und Sprachbildern, das ihr nicht zuletzt beim Wettbewerb „Das beste deutsche Tanzsolo“ bei der euro scene Leipzig 2015 den dritten Platz einbrachte.


Konzept, Performance, Objekte: Angelika Waniek
Bühne, Objekte: Doris Dziersk


Angelika Waniek
lebt und arbeitet als Performerin in Leipzig. Sie studierte u.a. Medienkunst und ist künstlerische Mitarbeiterin bei Prof. Alba d`Urbano an der HGB Leipzig. In ihren Solo-Performances analysiert sie bestehende kulturelle und historische Narrative, die mit den jeweiligen Aufführungs- und Ausstellungsorten verbunden sind. Ihre Arbeiten im Kontext der bildenden Kunst bieten Überschneidungen mit den Bereichen Literatur, Tanz und Theater. Zusammen mit Martina Hefter und Ulrike Feibig ist sie Teil des Leipziger Performancekollektivs Pik7 („Stellen sie sich vor, Sie haben Hühner, wollen aber Rosen“). 2016 kaufte der Freistaat Sachsen über die Kulturstiftung des Landes erstmals Performances an, darunter auch drei von Angelika Waniek. Mehr auf www.simplepresent.de


Doris Dziersk erarbeitet Bühnenbilder und Installationen in unterschiedlichen Konstellationen und als Solokünstlerin. Kooperationen erfolgten bisher mit den ChoreografInnen und RegisseurInnen Meg Stuart, Enrico Stolzenburg, Peter Kastenmüller, Matthaei&Konsorten, Gesine Danckwart, Doublelucky und zur Zeit mit den Berliner Festspielen. Sie entwickelte Installationen für X Wohnungen in Berlin und Caracas, für den Steirischen Herbst, das C 60 Collaboratorium, auf Einladung von raumlabor berlin und in Kollaboration mit der bildenden Künstlerin Anke Philipp, mit der sie unter anderem die Neugestaltung der Residenz der Leipziger Schauspiels unter der neuen Leitung von Thomas Frank entwickelte. Doris Dziersk wurde für ihre Arbeit 2009 mit dem Hamburger Rolf-Mares-Preis und 2012 mit dem New Yorker Bessie-Award ausgezeichnet.




Eine Produktion von Angelika Waniek in Kooperation mit der Schaubühne Lindenfels. Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes. Zudem gefördert durch das Kulturamt Leipzig.

Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Online Ticket

VVK IN DER SCHAUBÜHNE, WWW.SCHAUBUEHNE.COM UND AN ALLEN BEKANNTEN VVK-STELLEN: 12 / 8 (ERM.) EURO
ABENDKASSE 12 / 8 (ERM.) EURO


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