DOK LEIPZIG | Tag 2

„Wem gehört die Wahrheit?“ heißt es bei der 62. Ausgabe von DOK Leipzig. 2019 werden in der Schaubühne Lindenfels wieder Höhepunkte aus dem gesamten Festivalprogramm gezeigt. Beim größten deutschen Festival für Dokumentar- und Animationsfilm kommen jedes Jahr zahlreiche internationale Gäste nach Leipzig, um ihre aktuellen Filme zu präsentieren und mit dem Publikum zu diskutieren.

14:00 Crowded + Flesh + Deep Waters

Crowded: USA, Niederlande, Deutschland 2019 von Nathania Rubin, 6 min
Ein Gesicht wird mit Bleistift gezeichnet. Es entsteht das Antlitz einer Frau. Alt und plötzlich wieder Mädchen. In ihrem Schlafzimmer entfaltet sich der Film ihres Lebens durch Schlüsselmomente.

Flesh: Brasilien, Spanien 2019 von Camila Kater, 12 min
Ein animierter Dokumentarfilm in fünf Kapiteln von und über fünf Frauenpersönlichkeiten. In den Hauptrollen die eigene Körperlichkeit und eine multiperspektivische Sicht auf Weiblichkeit.

Deep Waters: Frankreich 2019 von Alice Heit, 53 min
Anfang der 1970er Jahre machten sich in den USA und Westeuropa unzählige Frauen mit Leidenschaft daran, in Selbsthilfegruppen den eigenen Körper zu erkunden. An jenen historischen Erfahrungsraum knüpft dieser Film von Alice Heit an, dessen Tonebene mit persönlichen Berichten von einer sich selbst vergewissernden weiblichen Sexualität beginnt.

17:00 The Last Painting, About Finnish Manhood, Outside the Oranges are Blooming, The Weight of All Beauty

The Last Painting: Deutschland 2018 von Tom Salt, 14 min
Ein Malerleben ohne Worte. Der Fotorealist John Salt arbeitet an einem Bild, ein Stillleben mit alten US-Autos vor Brandmauern.

About Finnish Manhood: Finnland 2019 von Samuli Salonen, 10 min
Einer starrt aufs Meer. Der andere steht im Wald. Einer versucht, einen Korb zu werfen. Und da, vor der Saunahütte, lehnt sich jemand ans Geländer. Männer. Finnische Männer.

Outside the Oranges Are Blooming: Serbien, Portugal 2019 von Nevena Desivojevic, 20 min
Eine einsame, mal nebelverhangene, mal sonnige Bergregion, die Gesänge aus der Kirche eines sterbenden Dorfes, ein einzelner Mann. Unruhig geht er in seinem Haus umher, im Dorf, im Wald – sein Geheimnis gibt er nicht preis.

The Weight of All Beauty: Estland 2019 von Eeva Mägi, 24 min
Der letzte Cowboy ist alt geworden. Wenn er durch den lichten Laubwald läuft oder in seinem Haus am Küchentisch sitzt, ist er allein und ist es doch wieder nicht. Um ihn hallen Erinnerungsstimmen, Affekt verdichtet sich zum verschleppt rockenden Soundteppich.

19:30 Birds of Paradise + That Which Does Not Kill

Birds of Paradise: Schweiz 2019 von Aline Suter, Céline Carridroit, 15 min
Die Fotografien sind in einer Zeit entstanden, in der ein todbringender Virus wütete. Um ein Haar hätte er eine Familie zerstört, noch bevor sie überhaupt zu einer solchen wurde.

That Which Does Not Kill: Belgien, Frankreich 2019 von Alexe Poukine, 85 min
Es ist bekannt, dass der größte Teil sexualisierter Gewalt nicht im öffentlichen Raum sondern im scheinbar geschützten Bereich von Familie, Partner- und Bekanntschaft stattfindet. So auch bei einer jungen Frau, die bei einer privaten Verabredung von einem guten Freund vergewaltigt wurde. Ihr Bericht war Anlass und Grundlage dieses Films, der ihn in verteilten Rollen von verschiedenen Frauen und auch Männern erst darstellerisch, dann analytisch interpretieren lässt.

22:00 My Name is Clitoris

Belgien 2019 von Daphné Leblond, Lisa Billuart-Monet
Zwölf junge Frauen erkunden einen unbekannten Kontinent: ihren Körper. Genauer gesagt, die Teile ihres Körpers, die man oft verschämt als „private parts“ oder „Schambereich“ verklausuliert. Mit großer Selbstverständlichkeit sprechen die Protagonistinnen über die Reise in ihre eigene Sexualität, ihre Emotionen und (unerwartete) Entdeckungen, aber auch über Ängste und das Gefühl, sich ohne Hilfe auf ungesichertes Terrain zu begeben. Obwohl (oder gerade weil) man sie alle in der Schule oder in der Familie „aufgeklärt“ hat, mussten sie sich elementares Wissen über ihren eigenen Körper erst mühsam selbst erschließen.

Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Tickets unter https://www.dok-leipzig.de


GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA

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mazedonisch mit dt. Untertiteln

14.11. / 18:30 / Kino & Film Satire über die mazedonische Gesellschaft, in der eine 31-Jährige Historikerin verächtet wird, weil sie sich nicht an die chauvinistischen Traditionen hält. Ticket

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PARASITE

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koreanisch mit dt. Untertiteln

14.11. / 21:00 / Kino & Film Bitterböse Tragikomödie über zwei Familien an den jeweiligen Enden der sozialen Aufstiegsleiter. Gewinner der "Goldenen Palme" in Cannes 2019. Ticket

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DIE LINIE

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Film & Gespräch

15.11. / 19:30 / Kino & Film, Dialog Clemens Wilhelm macht die deutsch-deutsche Grenze erlebbar. | Anschließend Regiegespräch

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DIE KINDER DER TOTEN

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mit dt. Zwischentiteln

15.11. / 22:00 / Kino & Film, Dialog Gudrun Bichler, Edgar Gstranz und Karin Frenzel sind allesamt Untote - verrottende Zombies, stumm, sexbessesen und brutal. Ticket

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FRITZI - EINE WENDEWUNDERGESCHICHTE

FRITZI - EINE WENDEWUNDERGESCHICHTE

16.11. / 15:00 / Kino & Film Animationsfilm aus Kindersicht über Friedliche Demonstrationen in Leipzig 1989. Ticket

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