EXTINÇÃO (EXTINCTION)
im Original mit engl. Untertiteln

(english below)

Die Konflikte um nationalstaatliche Souveränitäten von Post-Sowjetrepubliken haben sich in den vergangenen Jahren als gewaltgesättigt und kaum zu schlichten herausgestellt. Entstanden während der Annexion der Krim durch Russland, verhandelt EXTINCTION diese geopolitischen Lagen ausgehend vom De-facto-Regime Transnistrien genauso wie deren unmittelbaren Effekte, die in individuelle Erfahrungsräume und Biografien hineinreichen und fluide nationale Identitäten hervorbringen. Im Zentrum des Films steht der junge Kolya, dessen Solidarität voll und ganz Transnistrien gilt, das sich Anfang der 1990er Jahre von der Republik Moldau unabhängig machte, das allerdings – von der internationalen Staatengemeinschaft unbeachtet – offiziell nicht anerkannt wird und dessen Einwohner*innen mittlerweile große Russland-Sympathien hegen. In schwarz-weißen Bildern und mit einem freien, traumähnlichen Erzählmodus begleitet der Film Kolya zu Sowjetarchitekturen – steingewordene Utopien, die heute nicht mehr an gesellschaftlichen Fortschritt mahnen, sondern nur noch an das Vergehen der Zeit erinnern. Begegnungen mit rumänischen, ukrainischen und moldavischen Grenzsoldaten erzeugen eine surreale Atmosphäre, die durch die Tonspur zusätzlich intensiviert wird: beunruhigende Avantgarde-Orchestrierungen wechseln mit düsterem Drone-Sound. Dazu immer wieder Worte und Gedanken, die alle nationalstaatlichen Konstrukte transzendieren.

Portugal, Deutschland 2018 von Salomé Lamas, Dokumentarfilm, 80', OmeU

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Over the past years, post-Sowjet republics’ conflicts concerning nation state sovereignties have turned out to be saturated with violence and hardly possible to settle. EXTINCTION was developed during Russia’s annexation of Crimea. Originating from the de facto regime Transnistria, the film addresses the issues of those geopolitical situations and their immediate impacts on individual realms of experience and biographies, generating fluid national identities. The film focuses on the character of young Kolya, who is wholeheartedly in solidarity with Transnistria which liberated itself from Moldava in the early 1990s. However, Transnistria does not exist officially and remains unacknowledged by the international community of states. By now, its inhabitants feel a great affinity towards Russia. In black and white images, the film follows Kolya to Soviet architecture, utopias turned into stone. They no longer recall societal progress but merely a passing of time. Encounters with Romanian, Ukrainian and Moldovan border guards create a surreal atmosphere, which is intensified by the soundtrack: unsettling avant-garde orchestral music alternates with gloomy drone sounds. To this, time and again words and thoughts that transcend all constructs of nation states.

Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

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