Führungen durch die ehemalige zentrale Hinrichtungsstätte der DDR in Leipzig

Es ist gerade einmal 30 Jahre her, dass auch in der DDR die Todesstrafe abgeschafft wurde und damit die fast 450-jährige Geschichte der ununterbrochenen Anwendung der Todesstrafe in Deutschland zu Ende ging. Anlässlich des Internationalen Tages gegen die Todesstrafe und als Abschluss der Ausstellung „Woyzeck - letzte Szene, ein öffentlicher Platz“ auf dem Leipziger Markt besteht die Möglichkeit, die nur ca. 3 km entfernt in der Leipziger Südvorstadt gelegene zentrale Hinrichtungsstätte der DDR im Rahmen von Sonderführungen zu besichtigen. Hier fand 1981 die bisher bekannte letzte Hinrichtung unter absoluter Geheimhaltung statt.

Gerade in einer Zeit, in der der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan offen und aggressiv für die Wiedereinführung der Todesstrafe wirbt, sollten wir uns bewusst machen, wie wenig Zeit seit der Abschaffung in Ost-Deutschland erst vergangen ist und wie aktuell diese Fragestellungen sind.

Ab 1960 wurden in einem streng abgetrennten Teil des Leipziger Gefängnisses alle in der DDR ausgesprochenen Todesurteile unter absoluter Geheimhaltung vollstreckt. Heutigen Erkenntnissen zufolge kamen hier 64 Menschen zu Tode. In Leipzig fanden die Hinrichtungen zunächst mittels Guillotine statt. Ab 1968 wurden sie per unerwarteten Nahschuss ins Hinterhaupt vollzogen. Anwesend war jeweils nur ein kleiner Kreis eingeweihter Personen. Die Leichname brachte man zur Einäscherung ins Krematorium auf dem Leipziger Südfriedhof, wo sie anonym als „Anatomieleichen“ verzeichnet und beigesetzt wurden. Todesurteile konnten in der DDR wegen Mordes, NS-Verbrechen sowie verschiedener Straftaten im Bereich Staatsverbrechen, Wirtschaftsverbrechen oder Wirtschaftsspionage ausgesprochen werden; oft waren die Tatvorwürfe manipuliert. Die Frage nach der Schuld der Hingerichteten relativiert sich angesichts der Tatsache, dass sie Opfer von nicht rechtsstaatlichen Verfahren wurden, in denen das Urteil praktisch von Anfang an feststand. Die SED hatte entscheidenden Einfluss auf den Prozess und das Strafmaß. Selbst die Totenscheine wurden gefälscht und verschleierten die wahre Ursache und den Ort des Ablebens. Abgeschafft wurde die Todesstrafe in der DDR erst 1987.

Bis 2022 soll die ehemalige zentrale Hinrichtungsstätte der DDR in Leipzig zu einem justizgeschichtlichen Erinnerungsort ausgebaut werden, so dass der historische Ort dann regelmäßig besucht werden kann.

Eine Kooperation mit der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ im Rahmen des Projektes "Woyzeck - letzte Szene, ein öffentlicher Platz"

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Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

15 bis 20 Uhr


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