Avanti Opera!
GLANZ&KRAWALL: CATCH3000 | 22. + 23.2.
Monteverdi vs. Kleist. Die Wrestling-Show des Jahres

© David Ole© Ralf Stiebing© Ralf Stiebing© Ralf StiebingVideo

„Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie Shawn im Match zu ihm sagte „I‘m sorry, I love you“ und ihn dann unter Tränen pinnte.“ (Wrestling-Experte Peter Nastke)

In „CATCH3000“ wird das Musiktheater zur Wrestling-Arena, wenn "glanz&krawall" Kleists Blankvers-Orgien der „Penthesilea“ im Ring auf Monteverdis christliches Propaganda-Werk „Combattimento di Tancredi e Clorinda“ prallen lassen. Beide Stoffe verbindet die Beschreibung eines extremen Zweikampfs bis hin zur Abschlachtung des/der Geliebten. Außenstehende Figuren kommentieren das Duell zwischen Frau und Mann, Kriegsgott und Amazone, Muslima und Christ. Im Kosmos Wrestling darf nun all das Unfaire, Politisch-Inkorrekte hemmungslos zutage treten und mit lautstarker Unterstützung von den Rängen ausagiert werden. Mit Roland Barthes‘ Worten: „Für einen Liebhaber des Catchens gibt es nichts Schöneres als die rächende Wut eines verratenen Kämpfers, der sich mit Leidenschaft auf das ätzende Bild der Unfairness wirft“.

Ringrichter, Anheizer und Moderator Testo Steron analysiert in Personalunion singend das Geschehen von „CATCH3000“. Anfangs noch decken sich seine Ausführungen mit den Kampf-Aktionen der Wrestler*innen. Da aber jede gute Wrestling-Show vom Übertritt der Spielregeln lebt, stemmen sich die beiden im Ring schon bald gegen die äußere Vereinnahmung. Das nächste Match bestreiten sie als die Kleistschen Figuren Achill und Penthesilea. Oder sind sie es wirklich?

Beide wagen schließlich den finalen Kampf, um dem Als-ob der Show zu entkommen: Bis zum Tod wollen sie kämpfen, bis zur absoluten Überwindung des anderen. Diese unwiderrufliche Grenzüberschreitung wird zum Grundmotiv ihrer Liebe – aber kann sie die dominierende Maschinerie aus Intrigen und Fake stoppen? Und wie geht es jetzt weiter mit „CATCH3000“, der Show, die doch gerade erst begonnen hat, ein Hit zu werden?

„Wie aus Show schnell Drama wird, wie nicht verstandene oder missgedeutete Zeichen uns in den Abgrund führen können, das ist es, was uns der Abend in der Regie von Marielle Sterra zeigt. Und wie mitten in all den Attitüden, Kraftmeiereien und Effekten doch ein Hauch von Seele sitzt. […] Kaum haben Kara Schröder und Felix Witzlau in den „Penthesilea“-Modus geschaltet, drückt einen die Macht der Kleist’schen Sprache förmlich in den Sessel.“ (Märkische Oderzeitung)

„glanz&krawall“ sind ein freies Musiktheaterkollektiv. In ihren Arbeiten zertrümmern sie die Schutzmechanismen des Opern- und Theaterapparats. Sie suchen nach einem Musiktheater, das etwas über die Welt erzählt, in der wir leben und über jene, in der wir leben könnten. Im April 2017 feierte ihre Stückentwicklung „LA HAINE. Eine Hass-Revue“ Premiere an den cammerspielen Leipzig. Die Inszenierung „CATCH3000“ entwickelten sie an der Neuköllner Oper Berlin und gastierten damit u.a. bei den Kleist-Festtagen in Frankfurt (Oder). www.glanzundkrawall.com

Mit: Dennis "Schrappe" Depta, Lola "Quicksilver" Fuchs, "Flexy" Flora Pulina, Enrico "Testo Steron" Wenzel, Felix "The Tank" Witzlau
Regie: Marielle „The“ Sterra
Musikalische Leitung & Cembalo: Marinella „La Flute“ Dell’Eva
Ausstattung, Kamera: Kim „The Sin“ Scharnitzky
Dramaturgie:
Dennis „Schrappe“ Depta
Sound: Martin „The Weapon“ Lutz

„Das Gastspiel wird unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Theater, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.“

Vermittlung in der Schaubühne: Begleitend findet am 25. und 26. Februar ein kostenfreies Trainingslager statt.

Fr / 22.02. / 21:00
Sa / 23.02. / 19:00

Online Ticket

Vorverkauf in der Schaubühne, online und an allen bekannten VVK-Stellen
Abendkasse:
16 / 13 (erm.) /
10 (Studenten) Euro


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