HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT

In einem langen Briefwechsel zwischen Berlin und Wien kündigt sich schleichend die kommende Deportation an. Auf der Bildebene die akribischen Deportationslisten der NS-Bürokratie. Als die Korrespondenz verstummt, erklingt Marika Rökks grotesker NS-Schlager „Mach dir nichts daraus.“ HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT ist eine Collage aus Hinterlassenschaften der Intellektuellen-Familie des Filmemachers Thomas Heise. Eine Komposition aus Textdokumenten, Filmaufzeichnungen und Fotos von vier Generationen. Erzählt wird von Liebe, Verbundenheit, Selbstbehauptung und politischen Idealen – vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts. Vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus, das geteilte Deutschland bis hin in die Gegenwart geht die Reise, die vor unseren Augen – und vor allem Ohren – in Form von Briefwechseln und Tagebuchnotizen abfährt. Zu sehen sind Archivmaterial und Gegenwartsaufnahmen. Dann gleitet die Kamera in schwarz-weißen Bildern durch verlassene Orte und von der Zeit charakterlich verfremdete Räume. Die Heimat ist hierbei kein bloß romantischer Ort, sondern der Gegenstand, an dem sich die inneren und äußeren Kämpfe der Beteiligten entfachen – Individualgeschichte lässt sich nicht von Gemeinschaft trennen. Der Film will keine Geschichten nacherzählen. Stattdessen erfährt der Zuschauer, wie Biographien entstehen.


In Anwesenheit von Thomas Heise

Deutschland, Österreich 2019 von Thomas Heise, Dokumentarfilm, 218'

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In a long exchange of letters between Berlin and Vienna, the upcoming deportation announces itself. The images show the meticulous deportation lists of Nazi bureaucracy. When the correspondence falls silent, we hear Marika Rökk’s grotesque Nazi pop song “Mach dir nichts daraus.” HEIMAT IS A SPACE IN TIME is a collage of filmmaker Thomas Heise’s intellectual family’s legacies. A composition of text documents, film records and photographs of four generations. The story is about love, attachment, self-assertion and political ideals – against the backdrop of the political upheavals of the 20th century. Correspondences and diary entries take our eyes – and first and foremost our ears – on a journey extending from German Empire to Weimar Republic, to National-Socialism, to divided Germany up to the present. Archival material and present-day footage are shown. Then, in black-and-white, the camera glides through abandoned placed and rooms estranged by time. Here, home is not just a romantic place, but the matter which sparks inner and outer fights of involved parties. Individual history cannot be separated from community. The film does not seek to retell stories. Instead, it shows how biographies emerge.

In the presence of Thomas Heise

Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

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8 / 7 (erm.) Euro


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