Heiner Müller: Quartett
Zweipersonenstück nach Choderlos de Laclos „Gefährliche Liebschaften“ | 10. + 11. Feb

© Emig-Könning© Emig-Könning© Emig-Könning© Emig-Könning© Emig-Könning

„Ich saß da in einer Villa bei Rom im obersten Stock. Angefangen hatte ich vorher schon, aber das letzte Drittel oder die zweite Hälfte ist da geschrieben worden, zum ersten Mal auf einer elektrischen Schreibmaschine. Das hatte Folgen für den Text. Er ist mehr ein Uhrwerk als andere Texte vorher. In den unteren Räumen wohnte meine Frau mit einem anderen Mann, der heftig in sie verliebt war. Sicher ging davon eine Energie aus. Ich hatte ein kleines Radio bei mir, im dritten Programm lief gerade eine Schubert-Serie. Und ich erinnere mich an ein Lied, das da in der Nacht besonders eindrucksvoll war, aus der 'Schönen Müllerin', wo der Bach den Knaben zum Selbstmord einlädt. 'Und die Sterne da oben, wie sind sie so weit'“ (Heiner Müller)

Eigenen Angaben zufolge hatte Heiner Müller schon seit den 1950er Jahren den Plan, nach der Vorlage des 1782 erschienen berühmten Briefromans „Les Liaisons dangereuses (Die gefährlichen Liebschaften)“ ein Stück zu schreiben. Die Marquise de Merteuil erwartet ihren einstigen Liebhaber Vicomte de Valmont. Das körperliche Begehren ihrer Beziehung ist dem Diskurs über Liebe, Sexualität, Affären und Intrigen gewichen. Im Rollenwechsel vollführen beide ein lustvolles und schmerzhaftes Spiel der Verführung und Erniedrigung, das sie immer tiefer in einen Sumpf pervertierter Gier versinken lässt. Ein Kampf der Geschlechter, der tödlich endet.

Spiel: Anne Lebinsky, Christian Kuchenbuch
Regie: Christina Emig-Könning
Bühne: Peter Schubert

Eine Emig-Könning-Produktion.

Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Online Ticket

Vorverkauf in der Schaubühne, an allen bekannten VVK-Stellen und über www.schaubuehne.com: 10 Euro

Abendkasse: 13 / 10 (erm.) / 8 (Studenten)


LICHTSPIELE DES WESTENS

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