MIR IST ES EGAL, WENN WIR ALS BARBAREN IN DIE GESCHICHTE EINGEHEN
im Original mit engl. Untertiteln

(english below)

Der Filmtitel sind Worte, die 1941 im rumänischen Ministerrat gefallen sind und die ethnischen Säuberungen, veranlasst vom kollaborativen Ministerpräsidenten Ion Antonescu, diskursiv einleiteten. Radu Judes Film umkreist diesen Satz, zeichnet ihn nach, verfremdet und kommentiert ihn. Gleich zu Beginn betritt die Schauspielerin Ioana Jacob das Bild, stellt sich als Theaterregisseurin Mariana Marin vor und schlüpft in deren Rolle. Sie plant ein öffentlich angelegtes, gut recherchiertes Reenactment, das einer präsenten, selektiven Geschichtsvergessenheit entgegenwirken soll, in dem es die rumänische Beteiligung am Holocaust thematisiert. Heraus kommt dabei eben kein simpler, historischer Holocaust-Plot, sondern eine im Heute angesiedelte, vielschichtige Geschichte mit einer dokumentarischen Ästhetik, die metafiktional vergangene Gegenwart mit gegenwärtiger Vergangenheit verbindet. Als künstlerische Prinzipien schimmern dabei Brecht und Godard am Horizont. Der Film begegnet seiner empfindlichen Thematik mit einem Drehbuch voller Esprit, schnörkellos eleganter Kamera und einem spielerischen Sinn für Ironie, ohne dabei den Blick auf beschädigte Menschlichkeiten zu verlieren. „MIR IST ES EGAL, WENN WIR ALS BARBAREN IN DIE GESCHICHTE EINGEHEN“ ist voller dialektischer Momente und unterhält bis an den Punkt, an dem es ungemütlich wird.

RO/CZ/F/BG/D 2018 von Radu Jude, 139', OmeU
Darsteller*innen: Ioana Iacob, Alex Bogdan, Alexandru Dabija

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The film's title are words that have been uttered in the Romanian cabinet in 1941. Words that discoursively initialised the ethnic cleansings led by collaborative prime minister Ion Antonescu. Radu Jude's film orbits around this sentence, comments on it, traces and alienates it. At the very beginning, actor Ioana Jacob steps into the frame, introduces herself as theatre directress Mariana Marin and slipts into her role. She plans a publicly arranged reenactment that is well-researched and that is to counteract a present, selective historical amnesia by addressing the Romanian involvement in the holocaust. Emerging from that is not a simple, historic holocaust plot but a multilayered story located in the present time, that by using documentary aestehtics connects a past present with a present past in a metafictional manner. As artistic principles, Brecht and Godard shimmer at the horizon. The film faces its sensitive topic with a script full of wit, straightforward and elegant camera work, and a playful sense of irony without losing track of flawed humanities. “I DO NOT CARE IF WE GO DOWN IN HISTORY AS BARBARIANS” is full of dialectic moments and entertains to the point where it turns uncomfortable.

Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

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