TRUE POLITICS - Podiumsdiskussion
in deutscher Sprache

Die Diskussionrunde schließt an die Thematik der Ausstellung TRUE POLITICS an. Es werden aktuelle Tendenzen und Ästhetiken innerhalb dokumentarischer Film- und Videokunst diskutiert. Ausgangspunkt ist dabei die These, dass dokumentarische Arbeiten nicht vorrangig auf die Authentizität ihrer Darstellung von Wirklichkeit befragt werden müssen. Viel wichtiger scheint ihre interne Politik zu sein. Welche Rhetoriken von Wahrheit, Aufrichtigkeit, Objektivität oder Echtheit werden dort artikuliert? Nicht wie akkurat und korrekt, sondern in welcher politischen Weise beziehen sich Arbeiten auf Wirklichkeit oder Wahrheit? Wie ist ihre Verflechtung mit herrschenden Machtverhältnissen und ihre Produktion von Subjektivitäten zu verstehen? Welche Technologien von Wahrheit werden in diesem Zuge entwickelt? Über den Fetisch des authentischen Dokuments stellt Videokunst zudem vermehrt ethische Relevanz in Aussicht. Ist sie überhaupt in der Lage, dieses Versprechen einzulösen und falls ja: in welchem Maße? Zusätzlich sollen übergeordnete Fragestellungen diskutiert werden: Welche mögliche Abgrenzungen zur ständigen Forderung nach tagesaktuellen Nachrichten- und Bildwerten können Filmemacher*innen treffen? Ist das ursprüngliche demokratische Projekt des Dokumentarischen, Öffentlichkeit und Authentizität herzurstellen, überhaupt noch uneingeschränkt durchführbar? Oder bietet die Produktion von Korrektur- und Gegeninformationen nicht einen viel attraktiveren Ansatz – verbunden mit der Vorstellung, die adressierte Öffentlichkeit zu (re-)organisieren?

Es diskutieren:

Selma Doborac lebt in Wien und arbeitet in den Bereichen Essay-, Dokumentar- und Experimentalfilm, Fotografie und Konzeptkunst. Studium in Wien und Berlin, u.a. an der Akademie der Bildenden Künste Wien, Klasse für Kunst und Film (Harun Farocki).

Mario Pfeifers Arbeiten entstehen in verschiedenen Regionen der Welt. In unterschiedlichen Erzählformen ermessen und recherchieren seine Filme und Videoarbeiten spezifische kulturelle Situationen – vom Verschwinden indigener Lebensräume in Chile bis hin zu den subjektiven Wahrnehmungen über die soziopolitische Realität in Sachsen.

Lars Koch ist Professor für Medienwissenschaft und neuere deutsche Literaturwissenschaft an der TU Dresden. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen Medialisierungen von Gefahr und Risiko sowie das Verhältnis von Faktizität und Fiktion.

Angelika Bartl ist Film- und Kulturwissenschaftlerin. Sie arbeitet zu dokumentarischer Medienkunst unter Berücksichtigung postkolonialer Theorien und Gender Studies.

Moderation: N.N.

Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Der Eintritt ist frei.


EINSAM ZWEISAM

EINSAM ZWEISAM
französisch mit dt. Untertiteln

23.01. / 19:00 / Kino & Film Rémy und Mélanie sind um die Dreißig und leben im gleichen Bezirk von Paris, nur ein paar Schritte voneinander entfernt. Wird es zu einer Begegnung kommen? Ticket

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FREIES LAND

FREIES LAND

23.01. / 21:15 / Kino & Film Ostdeutschland 1992: Zwei ungleiche Kommissare ermitteln in einem Vermisstenfall. Die Bewohner hüllen sich in Schweigen – was haben sie zu verbergen? Ticket

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FREIES LAND

FREIES LAND

24.01. / 18:30 / Kino & Film Ostdeutschland 1992: Zwei ungleiche Kommissare ermitteln in einem Vermisstenfall. Die Bewohner hüllen sich in Schweigen – was haben sie zu verbergen? Ticket

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BEGEGNUNGEN AM ENDE DER WELT

EXPEDITION 4X6 – KAPITEL II: POLARZEIT

BEGEGNUNGEN AM ENDE DER WELT
englisch mit dt. Untertiteln

24.01. / 21:00 / Kino & Film Werner Herzog wirft einen ganz eigenen, durchgängig lohnenswerten Blick auf die Antarktis und dort stationierte Wissenschaftler*innen. Ticket

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ALS UNKU EDES FREUNDIN WAR

FILME ZUR SHOAH

ALS UNKU EDES FREUNDIN WAR

25.01. / 15:00 / Kino & Film DEFA-Kinderfilm über Sinti im Berlin der 1920er Jahre. Ticket

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