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Valerie - eine Woche voller Wunder

Das tschechische Psych-Horror-Surreal-Märchen Valerie - Eine Woche voller Wunder (Jaromil Jireš 1970) findet seinen Ton irgendwo zwischen Alice im Wunderland und Nosferatur. Valerie erwacht eines Nachts und bemerkt, dass ihre Ohrringe gestohlen wurden. Sie sieht den geheimnisvollen Dieb noch flüchten, schläft aber wieder ein und erwacht in einer völlig veränderten Welt. Während Dämonen die Stadt bevölkern, hat ein Vampir nicht nur einen Pakt mit Valeries Großmutter geschlossen, sondern scheint vor allem an Valerie selbst interessiert zu sein...

Valerie ist ein wundervolles, verstörendes, betörendes und vor allem sehr poetisches Märchen. Erst 2010 vom Label Bildstörung entdeckt und veröffentlicht (man kann die gar nicht genug dafür loben!), ist der Film geprägt vom tschechischen Surrealismus, dem (schon langsam abebbenden) frischen Wind des Prager Frühlings, der Psychoanalyse und der wunderbaren Musik des Filmes. Die Welt der heranwachsenden Valerie (ja, schon wieder ein Märchen als Chiffre für das Erwachen der Sexualität!) wird in freizügigen und fantasievollen Träumereien dargestellt, die Bilder des Filmes tauchen tief ein die Psyche Valeries ein, während die Welt um sie herum vorrangig an ihrem (jungfräulichen) Blut interessiert ist. Aber auch jenseits dieser ersten Ebene bietet Valerie eine Vielzahl an Facetten und Bildern. Doch es geht Jireš vielleicht gar nicht so sehr um eine eindeutig interpretierbare Geschichte, als viel mehr um ein verwirrendes und zugleich betörendes visuelles Eintauchen in das eigentlich nicht Darstellbare. Gelungen ist ihm damit auf jeden Falle ein Glanzstück der europäischen Kinogeschichte!

Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Der Eintritt ist frei. Um eine Spende wird gebeten.

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