PIONIERE DER FREIEN SZENE LEIPZIG
WIE WIR WURDEN, WAS WIR SIND

© Theater Titanick_by Oliver Werner

Die freie Szene Leipzig in den 1990er Jahren | Podiumsgespräch

Die sogenannte freie Szene ist heute aus Leipziger Kulturleben nicht mehr weg zu denken. Doch 1990 war das ganz anders. Einige Pioniere, motiviert durch die Erfahrung der friedlichen Revolution, fingen an Theater zu machen mit neuen Formen, in neuen Räumen, frei und wild. Erst langsam bildeten sich Strukturen heraus, sowohl bei den Theatermachern als auch in der Kulturverwaltung, verfestigten sich Räume und wurden nicht nicht nur der Zwischennutzung zugeführt, sondern in manchen Stadttteilen gar zu Ankern der (sozio-)kulturellen Entwicklung. Die ersten freien Gruppen wurden noch finanziert durch ABM-Maßnahmen.

Dabei hatte die DDR in diesem Bereich sogar einige Strukturen hinterlassen: das Poetische Theater als universitäres Theater mit Bühne im Beyerhaus, wo etwa Jo Fabian seine ersten Bühnenschritte gemacht hat. Zudem gab es mit den zahlreichen Kulturhäusern, wie etwa der naTo, auch erste räumliche Anknüpfungspunkte für freie Kulturarbeit, während andere Initiativen wie etwa das Werk II, die Villa oder, deutlich später, auch die Schaubühne Lindenfels sich noch in einem fast schon anarchisch nennenden Aufbau befanden. Mit der Gruppe Titanick wurde Leipzig auch die Spielfläche der ersten freien Gruppe aus Ost und West. Dass in diesen unübersichtlichen Feld der 1990er Jahre nicht alle Blütenträume reichten, gehört dabei zur Geschichte dazu. Über diese Anfangszeiten des freien Theater möchten wir reden mit Menschen, die dabei waren und diese Zeit geprägt haben. Und die sie geprägt hat.

Auf dem Podium sind:
Susanne Kucharski-Huniat (Kulturamtsleiterin 1994 bis 2020)
Thomas Kuhnert (Theater Titanick)
René Reinhardt (Schaubühne Lindenfels)

Moderation:
Torben Ibs (Kulturjournalist)


Die Veranstaltung wird gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung und ist eine Kooperation mit dem asa-ff e.V.

+++++ Von der Diskussion in die Performance +++++

Im Anschluss an das Podiumsgespräch ist Wolfgang Krause Zwieback, Pionier der Szene und Künstler-Original, in einer Premiere zu erleben: Der Sprachakrobat präsentiert sein neues Solo „6G Ray pur“. Seit 1978 arbeitet er als Autor, Regisseur, Schauspieler, Bühnen- und Kostümbildner, erfand 1983 das „Kabasurde Abrett“ und eroberte mit seinen Programmen die deutschen Bühnen. 1991 erhielt er den Deutschen Kleinkunstpreis.



Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Der Eintritt ist frei.


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