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Kaśka Bryla
Kaśka Bryla
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Kaśka Bryla
Kaśka Bryla
Clémentine Harpagès
Clémentine Harpagès

KAŚKA BRYLA: CHRONIK EINES AUSNAHMEZUSTANDS

„Wish you were here“: In den nächsten Monaten geben wir Künstler*innen, mit denen wir gerne und regelmäßig zusammenarbeiten, die Möglichkeit, bei uns im Haus (d.h. im Außenbereich, in den Schaukästen, auf unseren Websites u.a.) aktiv zu bleiben. Im Wochenrhythmus präsentieren wir ihre kreativen und künstlerischen Auseinandersetzungen mit der aktuellen Situation.

Los geht es an der Seitenwand unserer Terrasse mit Kaśka Bryla und einer Text-Bild-Collage, deren Kern drei ihrer Beiträge zum Blog „Chronik eines Ausnahmezustandes“ des Residenz Verlags bilden.


Hier sind Auszüge aus ihren Texten, mehr an unser Terrassenwand und im Blog  „Chronik eines Ausnahmezustands“:

"Die Leipziger Buchmesse wurde sehr spät, aber dann doch abgesagt. Wir denken noch: Großveranstaltung und so, scherzen ein wenig darüber. Es betrifft uns ja nicht direkt. Die Zahlen aus Italien sind zwar beunruhigend, aber noch nicht alarmierend. Die EU-Außengrenzen, die Lager auf Lesbos beschäftigen uns mehr."

"Am 13. März werde ich einer befreundeten Autorin schreiben: Zum Glück ist Polen ein paranoides Land und hat schon bei nur 16 Fällen alles abgeriegelt. Und sie wird zurückschreiben: Das hätten wir uns auch nie gedacht, dass du jemals folgenden Satz schreiben würdest: Zum Glück ist Polen ein paranoides Land!!!"

"Ich höre abwechselnd die Nachrichten aus Deutschland, Polen und Österreich. Oftmals nach dem Zufallsprinzip zappe ich durch verschiedene Radiosender und lande Sonntagmorgen auf einem polnischen Radiosender, als gerade ein Priester interviewt wird. Wahrscheinlich wäre mir das auf fünf anderen polnischen Sendern auch passiert. Der Priester ermutigt die Menschen in diesen Zeiten, innere Einkehr zu halten, sich zu sammeln und sich neu zu überdenken (also die Krise als Chance wahrzunehmen), und während ich ihm zuhöre, frage ich mich, ob er selbst dieses Fenster auch nutzt. Ob vielleicht die katholische Kirche ihre Hetze gegen Lesben, Schwule, Trans- und Intersexpersonen sowie Feministinnen während der Pandemie auch überdenkt und geläutert aus dieser Krise hervorgeht."


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Kaśka Bryla

in Wien geboren, zwischen Wien und Warschau aufgewachsen. Studium der Volkswirtschaft in Wien, Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, wo sie 2015 die Literaturzeitschrift und das Autor*innennetzwerk „PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb/Politisch Schreiben“ mitbegründete. Sie war Redakteurin des Monatsmagazins an.schläge in Wien, erhielt 2013 das STARTStipendium, 2018 den Exil Preis für Prosa. Seit 2016 gibt sie Kurse zu Kreativem Schreiben in Gefängnissen und für Menschen mit Migrationshintergrund.

Während des Studiums am DLL inszenierte Kaśka Bryla 2015 im Rahmen von René Reinhardts „Szenogramme“ ihren unfertigen Theatertext „Kurze Interviews mit freakigen Frauen“. 2016 hospitierte sie an der Schaubühne bei der „Landschaft mit Königstöchern“. 2019 eröffnete sie eine neue „Szenogramme-Reihe“ mit einem Theatertext von Irina Nekrasow und den Texten des Autor*innenkollektivs PMS Postmigrantische Störung.

Am 6. Oktober präsentiert sie in der Schaubühne ihr Romandebüt „roter Affe“ in Form einer szenischen Lesung.

www.kaskabryla.com


Veranstaltung liegt in der Vergangenheit


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