Zum Hauptinhalt springen


Residenz - die nächste: Nach dem italienischen Performance-Duo Ginevra Panzetti und Enrico Ticconi im Februar freuen wir uns nun auf Lulu Obermayer. Die Künstlerin setzt bei uns Ende April im Zuge einer Neubesetzung die Arbeit an ihrem Stück "L'Opra Fatale" fort. Ihre tödliche Performance um "Mörderische Heldinnen mit Energie" (Kleine Zeitung) hatte im letzten Jahr an der Grazer Oper Premiere.

Mit den Arbeitsaufenthalten von Panzetti/Ticconi, Obermayer sowie weiterer nationaler und internationaler Künstler*innen in diesem Jahr baut die Schaubühne 2021 ihr Residenzprogramm aus und stärkt ihr Profil als überregional agierendes und vernetztes Produktionshaus.


 

L'OPRA FATALE

Wer hat Angst vor schlagenden Frauen? | Performance von und mit Lulu Obermayer


Was haben Lucia, Tosca und Lady Macbeth gemein?
Im Laufe der dramatischen Handlungen greifen alle drei Opernfiguren zum Messer, verlassen die stereotype Opferposition und werden zu Täterinnen. Die Konsequenzen ihrer Delikte führen sie in den Wahnsinn und in den Tod.

Ob im Leben, auf der Bühne oder im Opernkanon: Wenn eine Frau nach Rache oder Macht dürstet, ist das verstörend, rätselhaft und vielleicht sogar Anlass für einen Skandal, während männliche Gewalt allgegenwärtig ist und als geradezu banal daherkommt. Zeit für zumindest etwas Rache nimmt sich die Theatermacherin und Sängerin Lulu Obermayer bei ihrer künstlerischen Intervention. Aufbauend auf ihrer Praxis kritisch feministischer Rollendekonstruktionen besetzt sie mit einem Ensemble aus drei Sängerinnen den Ballsaal der Schaubühne und präsentiert einen Gegenentwurf zur Rolle der Frau im Kanon und ihrem Platz auf der Bühne. Sie selbst erscheint als Mistress of Ceremony, dekodiert die symbolische Ordnung der Bühne und leuchtet die zu oft stereotypen Darstellungen weiblicher Gewalt neu aus.

„Fantasievoll durchinszenierte Performance" (Andreas Stangl, Kleine Zeitung)
 

In ihren Arbeiten beschäftigt sich Lulu Obermayer mit Repräsentationen von Weiblichkeit und dem Alleinsein auf der Bühne. Dabei verwendet die Künstlerin Elemente der Oper, Choreografie und Performance und spielt sich für das Schöne auf der Schwelle zur Peinlichkeit um Kopf und Kragen. 2012 erhielt sie den Art Trust Scotland Award.
Ihre Performances wurden unter anderem an den Münchner Kammerspielen, HAU 2 Berlin, Uferstudios, der Beursschouwburg in Brüssel und Highways Performance Space in Los Angeles gezeigt.


"L'Opra Fatale" wurde in Auftrag gegeben und produziert von steirischer herbst ’20, im Rahmen von Forecast-Skills e.V. entwickelt, mit freundlicher Unterstützung vom Tanzhaus Zürich.
Die Residenz inkl. Gastspiel wird gefördert vom Programm "Theater in Bewegung" im Rahmen des Zukunftpakets NEUSTART KULTUR der Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

×