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Preisgewinner: Verse von der Winterkampagne des Jahres 1980

Kapitel sechs als bester Animationsfilm ausgezeichnet

Das Weimarer PoetryFilmFestival gab am 4. Oktober 2021 seine Gewinner des 6. Weimarer Poetryfilmpreises bekannt. In der Kategorie „Beste Animation“ gewann das sechste Kapitel „Verse von der Winterkampagne des Jahres 1980“ der Mini-Serie „BRODSKY …FERNGESPRÄCHE“ den Jurypreis.

Der Ausschnitt aus einem Gedicht des russisch-amerikanischen Nobelpreisträgers Joseph Brodsky ist eine eingefrorene Zeitbeschreibung des sowjetischen Imperiums der 1980er Jahre, eine metaphorische Abrechnung mit einem technokratischen Regime und eine albtraumhafte Bebilderung des Krieges.

(Quelle: poetryfilmtage)

 

BRODSKY ...FERNGESPRÄCHE

Neun Gedichte von Joseph Brodsky, verfilmt in neun kurzen Kapiteln mit einer Performerin, einem Musiker und einem Schauspieler: Anlässlich des 25. Todestages des Literaturnobelpreisträgers am 28. Januar 2021 startete die Schaubühne ihre erste Miniserie. Die neun Folgen wurden im Wochenrhythmus veröffentlicht. Nun sind alle Folgen online zu sehen.

Mit: Elena Francalanci, Michael Büschelmann, René Reinhardt
Buch und Regie: René Reinhardt, Thadeusz Tischbein
Kamera und Montage: Thadeusz Tischbein
Musik: Michael Büschelmann
Set- und Kostümdesign: Lisa Schiller-Witzmann
Crew: Henriette Albrecht, Benjamin Henkel, Maryna Ianina, Sophie Wolf

Behind the scenes: Einblicke in die Dreharbeiten zu "Der Polarforscher"

Abgedreht - Alle Folgen online

Auf einen Blick: Hier geht es zur Playlist aller Folgen "Brodsky... Ferngespräche"

Alle Folgen hier

Mit „Brodsky …Ferngespräche“ führt die Schaubühne Lindenfels ihre Auseinandersetzung mit dem Leben und Werk des russisch-amerikanischen Dichters Joseph Brodsky fort. Vorausgegangen sind die Theaterproduktionen „Brodsky“ (2015) und „Letzte Verse aus dem Eis“ (2020).

Nicht nur die Linien, die Zeilen, die unreinen Reime, sogar die Zeit kann im Nebel verschwinden. Und Menschen an einem der Pole. Oder am Ende der Einsamkeit. Manche sind außer Reichweite, noch bevor du gewählt hast. Du flüsterst Sprechmuschel-Akte, die Finger ins Kabel geknotet, ihre Lippen vor Augen begehrst du ihr Ohr. Vielleicht bleibt ja für immer eine Ton-Spur im Hörer zurück, die ein Diensthabender einst archiviert. Oder ein Funkamateur fischt beim Angeln nach SOS-Signalen als Beifang dies Fern-Gespräch auf. Die gefrorene Zeitform am Haken. Anfangen können sie nichts damit. Wie auch wir keinen Anfang mehr finden. Rückblicke schneidet der Nebelfilm ab. Als Stilmittel taugt nur der Tagtraum: Dein Hauch sehr sehr nah hat das alles gemacht.

Joseph Brodsky wurde am 24. Mai 1940 als Sohn jüdischer Intellektueller in Leningrad geboren. Bereits seine ersten veröffentlichten Gedichte Anfang der 1960er Jahre fanden ein begeistertes Publikum. 1964 verschwand er wegen „Parasitentums" im Arbeitslager, 1972 wurde er aus der Sowjetunion ausgebürgert. Mit Hilfe des Schriftstellers W. H. Auden emigrierte Brodsky in die USA, deren Staatsbürgerschaft er 1977 annahm. Seine Gedichte schrieb er weiterhin – mit einigen Ausnahmen – in Russisch, daneben viel beachtete Essays in Englisch. Er lehrte an verschiedenen Universitäten, wurde 1987 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet sowie 1991 zum "poeta laureatus" Amerikas gekürt. Am 28. Januar 1996 starb Brodsky in New York. Sein Grab befindet sich in Venedig, das zu seinem Lieblingsort auf Erden wurde.

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