Spielplan
Akómi
Akómi ist die erste gemeinsame Arbeit der Choreografinnen Ermira Goro (Athen) und Ildikó Tóth (Leipzig). Ausgangspunkt der Tanzperformance ist die mythologische Figur der Kassandra, deren Geschichte auch Christa Wolf im gleichnamigen Monolog aus dem Jahr 1983 aufgegriffen hat. Von Apollon erhielt Kassandra zunächst die Gabe der Weissagung und wurde kurz darauf von ihm verflucht. Auf dass niemand ihren Vorhersagen glauben sollte. Ihre Warnungen vor Unheil und Unwahrheiten, Verblendung und Irreführung blieben Zeit ihres Lebens ungehört.
Akómi, griechisch für „noch immer“/„dennoch“, ist eine Unterhaltung zwischen teils minimaler, teils eruptiver Bewegung, einem Sounddesign von ZiMMT e.V. Mitbegründer Felix Deufel (Leipzig), einer Bühneninstallation aus gespannten Nylonfäden und einem Beleuchtungskonzept von Tanja Rühl (Frankfurt). Im Zusammenspiel von Tanz, Raum und Klang entwerfen die Künstler eine Szenerie, die Kassandras Gefühl von Isolation, innerer Spannung und Ohnmacht gegenüber ihren Mitmenschen wiedergibt. Bilder und Atmosphären aus Licht und Schatten, Spannung und Ruhe, Stille und Aufruhr entstehen. Akómi ist eine Beobachtung, keine lineare Erzählung, der es zu folgen gilt. Wir sind gespannt.
Choreografie und Performance: Ermira Goro, Ildikó Tóth
Lichtdesign: Tanja Rühl
Sounddesign: Felix Deufel
Künstlerische Mitarbeit Bühnenbild: Nora Frohmann
Produktionsmanagement und Kommunikation: Vasiliki Bara
Verwaltung und Administration: Gina Zimmermann
Eine Produktion von Ildikó Tóth in Koproduktion mit Schaubühne Lindenfels Leipzig. Mit freundlicher Unterstützung im Rahmen der Residenzprogramme von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Akropoditi Dance & Performing Arts Center Syros und 4fT-Tanzplattform Leipzig e.V.. Gefördert von der Stadt Leipzig – Kulturamt und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Herzlicher Dank an Antonis Bourikas.
Ermira Goro (Athen) verbindet in ihrer choreografischen Arbeit Tanz, physisches Theater und interdisziplinäre Performance. Ihre Praxis wurzelt in einer unverwechselbaren Körpersprache und der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit Bewegung und Performance. Ihre Stücke wurden weltweit gefördert und auf internationalen Festivals sowie Bühnen präsentiert. Von 2007 bis 2018 war Goro eine maßgebliche künstlerische Partnerin der renommierten Kompanie DV8 Physical Theatre. 2022 wurde sie bei den The Bessies – New York Dance and Performance Awards als „Outstanding Performer“ nominiert. Sie ist zudem eine Aerowaves Twenty25 Künstlerin.
Ildikó Tóth (Leipzig) tanzte nach ihrem Studium an der Codarts Universität in Rotterdam und einem postgradualen DAAD-Stipendium in New York City bis 2015 bei The Forsythe Company unter der Leitung von William Forsythe. Seitdem wirkt sie als freischaffende Tänzerin und Choreografin an internationalen Projekten mit, u.a. in Arbeiten von Heiner Goebbels und Thierry de Mey. In ihren eigenen Stücken wie „We hope this helps“ (2024) oder „Future <void>“ (2022) arbeitet sie interdisziplinär und verbindet improvisierte Bewegung, Klang, Licht und Raum zu atmosphärischen Erfahrungen, die Räume für individuelle Interpretationen schaffen. 2022 wurde sie in New York für den renommierten Bessie Award als „Outstanding Performer“ nominiert.