Spielplan
Campobello
Die großen, grünen Oliven aus dem sizilianischen Campobello gelten weltweit als Delikatesse. Gepflückt werden sie von Tausenden migrantischen Saisonarbeitskräften, die jedes Jahr zur Ernte nach Süditalien kommen. Ihre Arbeit ist unverzichtbar, doch sie leben unter prekären Bedingungen und bleiben als Beschäftigte in Europas Landwirtschaft meist unsichtbar.
Ausgehend von über zwei Jahren Recherche vor Ort untersuchen die Schweizer Theatermacherin Eva-Maria Bertschy, der Filmemacher Abou Bakar Sidibé aus Mali und die sizilianische Schauspielerin Daniela Macaluso prekäre Arbeitsverhältnisse und mafiöse Strukturen rund um die Olivenernte. Dokumentarische Zeugnisse, Live-Musik und fiktionale Erzählung verbinden sich zu einem eindringlichen Theaterabend.
Im Mittelpunkt stehen Simona und Amadou, deren Wege sich in Campobello kreuzen. Ihre Liebe wird politisch, weil sie eine Ordnung infrage stellt, die auf institutionellem Rassismus und wirtschaftlicher Ausbeutung beruht. Gemeinsam mit anderen wehren sie sich gegen ein System, das ihre Arbeit braucht, ihr Leben jedoch entwertet. Ihr Einsatz für ein Leben in Würde wird immer wieder untergraben, bis das Versagen der Behörden lebensbedrohliche Folgen hat.
CAMPOBELLO erzählt von den Menschen hinter unseren Lebensmitteln und zeichnet das Porträt eines Europas voller Widersprüche: eines Kontinents, der von migrantischer Arbeit lebt, den arbeitenden Menschen jedoch zu oft Rechte und Zugehörigkeit verweigert.
Text + Regie: Eva-Maria Bertschy
Mit: Abou Bakar Sidibé, Daniela Macaluso
Bühne + Kostüm: Lea Burkhalter
Komposition + Musikalische Leitung: Kojack Kossakamvwe
Video: Abou Bakar Sidibé
Dramaturgie: Luca Maier
Ton: Gabriele Gugliara, Nathan Tagliavini
Lichtdesign + Technische Leitung: Sylvain Faye
Videotechnik: Moritz von Dungern
Bühnenbau: Aurelio Ciaperoni
Kostümherstellung: Souleymane Diallo
Regieassistenz + Videoschnitt: Tiziano Locci
Produktion: Letizia Gullo, Camille Jamet
Kreation: Teatro Garibaldi, Palermo, 17. Dezember 2025
Produktion: HERproductions
Koproduktion: Fondazione Studio Rizoma Palermo, Theater Winkelwiese, Schlachthaus Theater Bern, euro-scene Leipzig, Prima Onda Fest / Genìa Lab Art Palermo, in Zusammenarbeit mit Arci Porco Rosso Palermo
Förderung durch Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Landis & Gyr, Anne-Marie Schindler Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Corymbo Stiftung, Rosa Luxemburg Stiftung Tunis, Fabriktheater Zürich