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31. Französische Filmtage

DÉTRUIRE, DIT-ELLE

franz. Originalfassung mit engl. Untertiteln

RETROSPEKTIVE MARGUERITE DURAS “POUR UN AUTRE CINÉMA” (FÜR EIN ANDERES KINO)
„Meine Filme sind politisch, ohne über Politik zu sprechen”, so Marguerite Duras (1914-1996) selbst. Sie wurde als Marguerite Donnadieu in Gia Định, Französisch-Indochina, geboren und ist heute vor allem als femme de lettres bekannt. Dabei war sie spätestens mit L’Amant (Der Liebhaber) nicht nur eine der wichtigsten französischen Schriftsteller:innen des 20. Jahrhunderts, sondern auch eine der bedeutendsten linken Intellektuellen und eine visionäre Regisseurin. Zwischen 1966 und 1984 widmete sie sich ganz dem Kino und drehte neunzehn Avantgarde-Filme. Ersten Kontakt mit dem Medium machte Duras durch ihre Arbeit an HIROSHIMA, MON AMOUR. Sie schrieb nicht nur das Buch, sondern stand während des Drehs in ständigem Austausch mit Alain Resnais. Die Radikalität, die alle ihre Filme auszeichnet, wird in dem programmatischen Titel ihres Debütfilms DÉTRUIRE, DIT-ELLE (Zerstören, sagt sie) deutlich. INDIA SONG wurde in den 80ern unter Cinephilen in Paris zum Kultfilm. In Form eines Gedichts kritisiert Duras die Dekadenz der Weißen, verkörpert von Delphine Seyrig. In DES JOURNÉES ENTIÈRES DANS LES ARBRES kommt Duras wiederum den Romanen, in denen sie ihr Aufwachsen beschreibt, sehr nahe. Anders als bei ihren (männlichen) Zeitgenossen der Nouvelle Vague wurden ihre Filme erst nachträglich in den Kanon der Filmgeschichte aufgenommen. Ein Umstand, den wir, 30 Jahre nach ihrem Tod, auch in Leipzig ändern möchten.

Synopsis:
Einer der meistdiskutierten und faszinierendsten Essay-Filme von Marguerite Duras. In einem großen Haus inmitten eines schattigen Parks treffen vier geheimnisvolle Figuren aufeinander: die stille Elisabeth, der jüdische Gast Stein, Professor Max Thor und dessen junge Frau Alissa. Sie scheinen hier Erholung zu suchen – doch unter der ruhigen Oberfläche brodeln Fantasien, Spannungen und Geheimnisse. Das Leben des bürgerlichen Ehepaars gerät durch die Begegnung mit den anderen aus den Fugen und auch gesellschaftliche Konventionen und Klassenverhältnisse geraten ins Wanken. Der Film bricht mit klassischen Erzählkonventionen und sucht einen filmischen Nullzustand.

FR 1969 R: Marguerite Duras; D: Nicole Hiss, Catherine Sellers, Michael Lonsdale, Henri Garcin ; 90 Min.; FSK n.b.

L’un des essais les plus discutés et les plus fascinants de Marguerite Duras, DÉTRUIRE, DIT-ELLE réunit, dans un hôtel au milieu d’un parc désolé, Elizabeth, femme solitaire et silencieuse, Alissa, dure, belle et affranchie des convenances, Max Thor et Stein, deux intellectuels, voyeurs, chasseurs et destructeurs. Chacun se noie dans le désir de l’autre. Duras dira elle-même qu’elle a voulu ici « montrer un monde plus tard, après Freud, un monde qui aurait perdu le sommeil ».

Termine
Fr. 20.11.2026 / 18:30 Uhr
Ticket
Grüner Salon
RETROSPEKTIVE MARGUERITE DURAS
mit szenischer Lesung von Schauspielerin Verena Noll

Tickets: 9 / 7 (erm.) Euro


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