Spielplan
RETROSPEKTIVE MARGUERITE DURAS “POUR UN AUTRE CINÉMA” (FÜR EIN ANDERES KINO)
„Meine Filme sind politisch, ohne über Politik zu sprechen”, so Marguerite Duras (1914-1996) selbst. Sie wurde als Marguerite Donnadieu in Gia Định, französisch-Indochina, geboren und ist heute vor allem als femme de lettres bekannt. Dabei war sie spätestens mit L’Amant (Der Liebhaber) nicht nur eine der wichtigsten französischen Schriftsteller:innen des 20. Jahrhunderts, sondern auch eine der bedeutendsten linken Intellektuellen und eine visionäre Regisseurin.
Zwischen 1966 und 1984 widmete sie sich ganz dem Kino und drehte neunzehn Avantgarde-Filme. Ersten Kontakt mit dem Medium machte Duras durch ihre Arbeit an HIROSHIMA, MON AMOUR. Sie schrieb nicht nur das Buch, sondern stand während des Drehs in ständigem Austausch mit Alain Resnais. Anders als bei ihren (männlichen) Zeitgenossen der Nouvelle Vague wurden ihre Filme erst nachträglich in den Kanon der Filmgeschichte aufgenommen. Ein Umstand, den wir, 30 Jahre nach ihrem Tod, auch in Leipzig ändern möchten.
Synopsis:
Eine verheiratete französische Schauspielerin reist zwölf Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg für einen Filmdreh nach Hiroshima und begegnet einem japanischen Architekten. Die beiden verstehen sich sofort und verbringen eine Nacht miteinander. Dabei erzählt sie von den traumatischen Eindrücken der Atombombenexplosion, mit denen sie während ihres Aufenthalts konfrontiert wurde. Als ihre Abreise näher rückt, treffen sie sich erneut. Die Schauspielerin vertraut ihm ein düsteres Geheimnis aus ihrer Vergangenheit an, das sie bislang niemandem erzählt hat. Großer Klassiker von Alain Resnais in enger Zusammenarbeit mit Marguerite Duras, mit Emmanuelle Riva in der Hauptrolle.
JAP, FR, 1959 R: Alain Resnais; D: Bernard Fresson, Stella Dassas, Pierre Barbaud; 89 Min.; FSK 16
Août 1957. Une actrice se rend à Hiroshima pour tourner un film et y rencontre un Japonais, architecte, qui devient son amant et confident. Il lui parle de sa vie, elle de son adolescence à Nevers pendant la Seconde guerre mondiale, de son amour pour un soldat allemand et de l’humiliation qu’elle a subie à la Libération. Ne montrant jamais ni la bombe, ni les causes de souffrance, Resnais met à nu avec poésie deux corps et deux mémoires qui ne crèvent l’écran que par espoir et par folie de vivre.