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Memories of history, structures of violence

Short film program by Ukrainian artists

Programm 1

Jeder Film des Programms behandelt einen anderen Ausschnitt des Lebens, einen anderen Raum, in dem Gewalt und die Art mit ihren Konsequenzen umzugehen, reflektiert werden. Diese Räume können privat und öffentlich sein, eine gemeinsame Geschichte und persönliche Erinnerungen, Orte in der Vorstellung und Landschaften. Die Autor:innen werfen ein Licht auf die Probleme einer Gesellschaft, die einerseits eine offene Kriegszone im Osten hatte und andererseits ihre Position gegenüber ihrer Geschichte und ihrer politischen Orientierung aushandelte.

Das Programm wird vom Kurator Mikhail Lylov höchstpersönlich präsentiert und Regisseurin Dana Kavelina wird ebenso zu Gast sein. Im Anschluss an das Screening ihres Filmes LETTER TO A TURTLEDOVE am Mittwoch, dem 13. April um 19 Uhr steht diese auch zu einem Gespräch bereit.
Präsentation und Gespräch werden in englischer Sprache stattfinden – es gibt durch die Moderation allerdings bei Bedarf die Möglichkeit zur Übersetzung.

 

English version:

Program 1

Each film in the programme addresses a different fragment of life, a different space, where violence and the ways of dealing with its consequences reverberate. These spaces can be domestic and public, a shared history and a personal memory, mental spaces and landscapes. Authors highlight issues of the society that, on the one hand, had an open war zone on the eastern side, and on the other, has been reworking the positions towards its history and political alignments.

The program will be presented by curator Mikhail Lylov himself and director Dana Kavelina will also be a guest. Following the screening of her film LETTER TO A TURTLEDOVE on Wednesday, April 13 at 7 pm, she will also be available for a talk.
The presentation and discussion will take place in English - however, the moderator will provide the opportunity for translation if necessary.

 
Die Filme / films

 

Letter to a Turtledove - Dana Kavelina

In ihrem Film stellt Dana Kavelina historische Bilder des Kohlebergbaus in der Donbas-Region neben ihre grafischen Arbeiten, neben Poesie und Bilder von der russischen Militärinvasion in Donezk und Luhansk 2014. Der Film entwirft die These einer tragischen Intimität zwischen dem Erdkörper und menschlicher Subjektivität. Er zeigt, wie die Ausbeutung der Erde und Militarismus in Kontinuität stehen. Kavelinas Film ist kein Friedensapell, aber einer für die Liebe, die nicht ohne den Körper existiert, der vom Krieg genommen oder auseinandergerissen wurde.

Ukraine 2020 von Dana Kavelina, 20 min, Originalfassung (russ.) mit engl. Untertiteln

English version:
In her film, Dana Kavelina, juxtaposes historical footage of coal mining in Donbas region with her own graphic work, poetry and found footage of the Russian military invasion into Donetsk and Luhansk in 2014. The film constructs an argument for a tragic intimacy between the body of earth and human subjectivity, it shows a continuity existing between extractivism and militarism. Kavelina's film-poem is not a plea for peace, but for love, which cannot be realized without the body that has been taken away and torn apart by war.

 

So They Won't Say We Don't Remember - Yarema Malashchuk and Roman Himey

Die Videoarbeit behandelt versteckte und sichtbare Elemente der post-industriellen Landschaft des Donbas. In dem Film durchqueren Einheimische, Künstler:innen und Kurator:innen die Landschaft und orientieren sich dabei an einer Untergrund-Route des Bergwerkes von Novator. Der Endpunkt dieser Prozession ist das Monument der toten Bergleute, das direkt über dem Ort des Unglücks steht, das unter Tage geschah. Hier wird der Opfer des Unglückes gedacht, welches auch zur Schließung des Bergwerkes 1977 führte. Die Prozession führt durch die Stadt, über gepflügte Felder und durch Büsche, die den Boden mit dem Untergrund verbinden – wo Erde und Menschen untrennbar in einer gemeinsamen Choreografie verbunden sind.

Ukraine 2020 von Yarema Malashchuk & Roman Himey, 24 min, Ohne Dialog

English version:
The video work is about both hidden and visible elements of the post-industrial landscape of Donbas. In the film, locals, artists, and curators traverse the surface following one of the underground routes of the Novator mine. The ending point of the procession is the monument to the dead miners located just above the site of the underground accident, which led to the death of the workers and the subsequent closure of the mine in 1977. During the procession, people walk through the city, plowed fields and bushes connecting the ground and the underground space where soil and people are intertwined in the inextricably linked choreography of the common.

 

In Memory of Antonina Nikolayevna on Lost Love - Oleksandr Steshenko, Kateryna Libkind, Roman Himey, Yarema Malashchuk, Pavlo Yurov

Der Film basiert auf einem Drehbuch von Olexandr Steshenko, einem Menschen mit Down-Syndrom und einem großen Bewunderer von Seifenopern. Unterstützt von Künstler:innen und Filmemacher:innen wurde eines seiner Bücher verfilmt. Die Geschichte zeigt einen entfremdeten, aber dennoch gefühlvollen Blick auf ein Liebesdrama, das schließlich mit Rache und häuslicher Gewalt nach den Konventionen einer „normalen“ Gesellschaft eskaliert.

Der Film enthält drastische Sprache.

Ukraine 2018 von Oleksandr Steshenko, Kateryna Libkind, Roman Himey, Yarema Malashchuk & Pavlo Yurov, 30 min, Originalfassung (russ.) mit engl. Untertiteln

English version:
The film is based on a screenplay written by Olexandr Steshenko - a person with Down syndrome and a big admirer of soap-opera genre. With a support of artists and filmmakers, one of his scripts was filmed. The story presents an estranged, yet affective, view on love drama, which escalates into revenge and domestic violence by conventions of a “normal” society.
(Film contains instances of extreme lexic).

 

NO!NO!NO! - Mykola Ridnyi

Die Helden des Filmes sind junge Menschen aus Kharkiv, einer Stadt im Osten der Ukraine. Als sie in ihre Zwanziger kommen, bricht der Krieg in der Nachbarregion Donbas aus. Ein LGBT-Aktivist und Dichter, ein Model, eine Gruppe Straßenkünstler und ein Spiele-Programmierer – alles Künstler:innen oder Kreative, die typisch für ein friedliches Großstadtleben stehen. Dennoch werden sie und ihre Arbeit von der Nähe zum Krieg beeinflusst. Die Protagonist:innen reagieren auf die politischen Ereignisse und reflektieren sie durch ihre individuellen Beziehungen mit dem urbanen Raum und der Realität der sozialen Medien.

Ukraine 2017 von Mykola Ridnyi, 22 min, Originalfassung (russ./ukr.) mit engl. Untertiteln

English version:
The main protagonists/heroes of the film are young people from Kharkiv, a city located in the Eastern part of Ukraine. Reaching their early twenties coincided with the breakout of the war in the neighbouring region of Donbass. A LGBT activist and poet, a fashion model, a group of street artists, a computer game programmer – all of them are artists or working in the creative industries, typical for a peaceful life of a big city. However, the proximity to the war effects each of the characters and their activities. The protagonists react and reflect the political events through their specific relationships with the urban space and the reality of the social media.

 

 

Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Tickets: 7 / 6 (erm.) / 15 (Soli-Ticket) Euro


Die Maske bleibt: Informationen zu unseren aktuellen Hygiene- und Schutzmaßnahmen hier!


#StandWithUkraine
Die Erlöse der Vorführungen werden an Organisationen gespendet, die medizinische und humanitäre Hilfe leisten oder an Organisationen, die Menschen helfen, die vom Krieg aus der Ukraine vertrieben wurden.
Proceedings from the screenings will be donated to organizations helping people who are displaced or who have fled from Ukraine.

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