Spielplan
Algier, 1938: Meursault, ein junger Franzose, erfährt vom Tod seiner Mutter und nimmt an ihrer Beerdigung teil — ohne erkennbare Trauer oder Emotion. Kurz darauf beginnt er eine Affäre mit Marie, einer Kollegin, und nimmt sein gewohntes Leben wieder auf. Doch als sein Nachbar Raymond Sinès ihn in eine dubiose Geschichte involviert, gipfelt ein heißer Tag am Strand in Mord. Der darauffolgende Prozess beleuchtet nicht nur die Tat, sondern auch Meursaults Distanz zur Gesellschaft und seine Gleichgültigkeit gegenüber Normen.
In der Neuverfilmung des berühmten Romans “L’Étranger” von Albert Camus aus dem Jahr 1942 macht Erfolgsregisseur François Ozon mit einer stilistisch dichten Inszenierung die existenzielle Leere und emotionale Isolation, wie sie im Buch dargestellt sind, filmisch spürbar. Eine zutiefst menschliche und ästhetisch überzeugende Adaption.
Frankreich 2025 von François Ozon, franz. Originalfassung mit deut. Untertiteln, 120 min., FSK t.b.a.
Darsteller:innen: Benjamin Voisin, Denis Lavant, Pierre Lottin
Zum historischen Kontext und einer rassismuskritischen Vertiefung empfehlen wir den Film FANON am 07. und 08. Februar.
KURZFILM IM VORPROGRAMM:
AAAH!
Aaaah! ist ein Schrei des Schmerzes, der Überraschung, der Angst, der Freude, der Lieder, des Murrens, des Lachens, der Wut... Aaaah! ist der Ausdruck, mit dem Kinder, diese ursprünglichen und unschuldigen Wesen, das Leben in einer Gemeinschaft erfahren, umrahmt von den Pfiffen der Erwachsenen.
Frankreich 2022 von Osman Cerfon, 4:41 min., ohne Dialog, FSK 6