Spielplan
Mit der Reihe SCENA ITALIA präsentiert die Schaubühne Lindenfels seit über zehn Jahren herausragende Positionen der zeitgenössischen italienischen Tanz- und Performanceszene exklusiv in Leipzig. Am Freitag, 27. Februar, und Samstag, 28. Februar 2026, setzt die Reihe diese Tradition mit einem außergewöhnlichen Doppelabend fort: Die international gefeierten Kompanien Dewey Dell und Panzetti/Ticconi zeigen ihre aktuellen Arbeiten – darunter eine Deutschlandpremiere.
Der Abend beginnt jeweils um 19.30 Uhr im Ballsaal der Schaubühne Lindenfels und nach dem Eröffnungsstück führt das Publikum anschließend in einem gemeinsamen Ortswechsel zur Heilandskirche-Westkreuz in Leipzig-Plagwitz, wo der zweite Teil des Abends stattfindet.
Deutschlandpremiere:
ECHO DANCE OF FURIES
Tanzperformance von Dewey Dell
In ECHO DANCE OF FURIES erkundet das italienische Künstlerkollektiv Dewey Dell die symbolische Kraft anatomischer Votivgaben aus der Antike. Die zeitlosen Ex-Voto-Figuren – losgelöste Körperteile eines unsichtbaren Ganzen – erzählen stumm von Angst, Schmerz und dem Wunsch nach Erlösung, jenseits der Grenzen von Heidentum und Christentum. In einer intensiven Choreografie der Wachsamkeit ruft Dewey Dell archaische Instinkte und kollektive, uralte Erinnerungen wach und verwandelt den Ballsaal der Schaubühne in einen atmosphärisch verdichteten Resonanzraum zwischen Körper, Ritual und Mythos.
Konzept: Agata Castellucci, Teodora Castellucci, Vito Matera
Choreografie, Tanz: Agata Castellucci, Teodora Castellucci
Dramaturgie, Bühnenbild und Lichtdesign: Vito Matera
Originalmusik: Demetrio Castellucci
Kostüme: Guoda Jaruševičiūtė
Organisation: Valeria Fărîmă
Produktion: Dewey Dell 2025
Unterstützt durch Regione Emilia-Romagna, Teatro Comandini/Societas, Masque Teatro
CRY VIOLET
Tanzperformance von Panzetti/Ticconi
Heilandskirche-Westkreuz
Die vom Menschen verursachten Schäden und das Phänomen des „Greenwashing“ bilden das zugrunde liegende Thema dieser Choreografie von und mit Panzetti/Ticconi, deren Titel auf den Namen einer ausgestorbenen Pflanze verweist. Ausdrucksformen von Schmerz und Scham, inspiriert von der Ikonografie der Erbsünde, unterstreichen in dem Duett das menschliche Bestreben, die eigene Schuld durch Praktiken des Beseitigens und Vertuschens zu sühnen. Angelehnt an die wiederholte und trügerische Geste von Lady Macbeth, das Zeichen der Schuld von ihren Händen zu waschen, verharren die beiden Figuren auf der Bühne in der mechanischen Sühne des Reinigens. In diesem Schwebezustand, zwischen dem realen oder vorgetäuschten Versuch, den angerichteten Schaden wieder gutzumachen, nimmt CRY VIOLET Gestalt an. Es entsteht eine sich wandelnde Komplizenschaft zwischen der Ästhetisierung einer Schuld und dem Akt, sie zu lösen oder zu verbergen, bis sie selbst zu einer verführerischen, ansprechenden, werbewirksamen Materie wird.
Choreografie, Performance, Kostüme: Ginevra Panzetti, Enrico Ticconi
Klangkomposition: Teho Teardo
Grafische Illustration: Ginevra Panzetti
Die Produktion entstand im Rahmen von Esplorazioni, einem Projekt der Triennale Milano in Zusammenarbeit mit Volvo Car Italia. Unterstützt durch Lavanderia a Vapore / Piemonte dal Vivo (Turin) und Theater Rampe (Stuttgart).
Eine Veranstaltung in Kooperation zwischen dem Stadtteilzentrum Westkreuz i.d. Heilandskirche und der Schaubühne Lindenfels.