Spielplan
tIED tO tONES
tIED tO tONES ist eine Zusammenarbeit zwischen Harfenkünstler:in Camille O (fka Hans Unstern) und der Choreografin Jule Flierl. Gemeinsam kreieren sie eine den Raum durchspannende Harfen-Installation aus Klavierdraht, die mit Körpern, Stimmen und Werkzeugen aus Bau und Textil bespielt wird. Sie setzen musikalisches Material aus dem Barock mit eigens für die Raumharfe gedichteten und komponierten Liedern in Beziehung. tIED tO tONES beginnt als Konzert und lädt im Verlauf das Publikum ein, das beeindruckende Instrument selbst auszuprobieren und einen gemeinsamen Klang-Raum zu erschaffen. Die Performance verhandelt die Zukunftserwartung von ökologischem und körperlichem Zerfall, sowie das Bedürfnis nach Trauer, Lauschen, Gemeinschaft und einem Neuanfang.
Von und mit: Camille O, Jule Flierl
Licht, Bühne: Knut Klassen
Sounddesign: Simon Bauer
Harfen-Installation: Camille O, Simon Bauer
Camille O (fka Hans Unstern) ist eine Künstler*in, die Lieder, Texte, Musikinstrumente, Alben, Hörspiele und Performance macht. In Os musikalischem Werk finden sich kontrasexuelle Lovesongs, Multispezies-Zeitmeditationen und die unverschämte Poesie der Erfahrungsräume unangepasster Körper. Os Liedtexte changieren zwischen modernen Märchen, Kritik am Mythos der binären Geschlechterordnung und an den eigenen Arbeitsverhältnissen im Kapitalismus. Seit 10 Jahren baut Camille O zusammen mit Simon Bauer experimentelle Harfen. Manche davon handlich und harmonisch, andere den ganzen Raum einspannend und atonal. Musikalisch bewegt sich O zwischen lyrischer Sanftheit und Punk-Momenten, von pompösen Slide-Harfen-Wolken bis hin zu improvisierten, freien Sequenzen. O ist Mitglied der Gruppe 1pp1 und lebt in Berlin.
Jule Flierl ist Tanz- und Stimmkünstlerin aus Berlin. Mittels Choreografie und somatischen Gesangsmethoden bringen ihre Partituren das Verhältnis von Sehen und Hören ins Wanken. Sie ist fasziniert davon, wie sich Vorstellungen vom Körper im Lauf der Zeit verändern und dass die Stimme als Technologie des Selbst immer wieder neue Beziehungen zum Körper findet. Flierl arbeitet eng mit der Choreografin Antonia Baehr und der TonTänzerin Irena Z. Tomažin zusammen. Ihre Gruppenstücke „School of Attunement and Tactlessness” (2022), „Time out of Joint” (2023) und „Inner Mining” (2025) zeigen groteske Körper und dissonante Kollektive. Zuletzt präsentierte Flierl zusammen mit Antonia Baehr, Claire Vivianne Sobottke und Hermann Heisig die Performance “Gut gemacht!“ in der Residenz Schauspiel Leipzig. Aktuell leitet Jule Flierl als Projektprofessorin die Klasse für performative Künste an der HGB Leipzig.
Eine Produktion von Camille O und Jule Flierl in Koproduktion mit Sophiensæle (Berlin).
Gefördert vom Bezirksamt Mitte von Berlin.