Zum Hauptinhalt springen

FUTURE<VOID>

Eine begehbare Performance in den Kirow-Werken von Lisanne Goodhue und Ildikó Tóth

Premiere: 1. September 2022


„If a future doesn’t produce a usable value, then the future’s type is Future<void>.” (Dart, Programmiersprache)

In einer Komposition aus Tanz, Bewegung, Sound, Licht und Video untersuchen die Choreografinnen Lisanne Goodhue und Ildikó Tóth gemeinsam mit dem Medienkünstler Matthias Gruner und dem Soundkünstler Felix Deufel die wechselseitigen Beziehungen von Vergangenheit und Gegenwart, Gegenwart und Zukunft. Sie unternehmen in den Kirow-Werken den Versuch, Zeitlichkeiten zu entzerren, zu fragmentieren und auf neue Weise wieder zu vereinen. Der Körper stimmt in Prozesse ein, die mit dem Videoschnitt vergleichbar sind. Bruchstücke der Vergangenheit werden in die Gegenwart versetzt, Körper der Zukunft und Körper des Jetzt - des Publikums, der Performerinnen, des Films und des Klangs - hinterfragt.

Ausgehend von der vorhergehenden Arbeit „Passed Present Perfect“, die während der Pandemie 2021 in der Schaubühne entwickelt und teilweise über Bildschirm erarbeitet und aufgeführt wurde, benutzt „Future<void>“ den Körper als Werkzeug, um auf Zeitreise zu gehen. Vielfältige Realitäten der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft werden geschaffen, die die Wahrnehmung der Zuschauer:innen auf die Probe stellen. Bewegung, Zeitraffer, manipulierte Geräusche, Mengenbilder, Bewegungsströme lassen die Kirow-Werke erfahrbar werden - Beton, Lastenzüge und Säulen sind gleichermaßen Material und Mitwirkende. Alles kommuniziert, aber nicht jede Wirkung hat eine Ursache. Unverhofftes geschieht.


Konzept: Felix Deufel, Lisanne Goodhue, Matthias Gruner, Ildikó Tóth
Choreografie, Performance: Lisanne Goodhue, Ildikó Tóth
Video: Matthias Gruner
Sound: Felix Deufel
Dramaturgie: Alisa Hecke, Tessa Theisen
Produktion: Constance Künzel



Lisanne Goodhue ist als Tänzerin und Choreografin tätig, seit 2011 wohnt sie in Berlin. Sie studierte klassischen und zeitgenössischen Tanz sowie Bildende Kunst in Montreal (Kanada). Seit 2009 kollaborierte sie mit dem Choreografen Sebastian Matthias in seinem Forschungsprojekt „groove space“. Sie wirkte weiterhin mit in Choreografien von Julian Weber und Mathilde Monnier. Eigene Arbeiten wurden bereits in Montreal, London, auf der Tanzplattform Deutschland und bei Tanz im August Berlin aufgeführt. Im Sommer 2020 schloss sie ihre Masterausbildung Choreografie am ICI-CCN Centre Chorégraphique National in Montpellier ab. Sie ist Mitbegründerin des interdisziplinären Kollektivs cohue.

Matthias Gruner ist an den wilden Rändern des Erzgebirges aufgewachsen. 1996 Abitur, Zivildienst, Praktikum als Kamera- und Schnittassistent in Dresden. Ausbildung zum Mediengestalter (Bild und Ton) in Dresden und Leipzig. Seit 2001 freiberuflicher Medienkünstler, Video-Editor und Grafikdesigner.

Ildikó Tóth studierte an der Codarts Universität Rotterdam; danach führte sie ein DAAD-Stipendium nach New York, wo sie u.a. mit den Choreografen Susan Marshall und Bill Young arbeitete. Mitglied der Forsythe Company in Frankfurt von 2012-2015, seitdem freiberufliche Choreografin und Tänzerin, u.a. in Produktionen von Thierry de Mey, Heiner Goebbels, Fabrice Mazliah. Ildikó unterrichtet regelmäßig Forsythe-Improvisation und zeitgenössischen Tanz bei Profitraining Leipzig, Tanzfabrik Berlin, Tanzplattform Rhein-Main Frankfurt, La Raffinerie Brussels, K3 Hamburg, an der Palucca Schule Dresden u.a. Seit 2018 ist sie Mitglied des Vorstands von 4fT-Tanzplattform Leipzig. 2022 schloss sie ein berufsbegleitendes Studium der Wirtschaftswissenschaften ab.

Felix Deufel ist Klangkünstler und Kreativschaffender, der sich auf 3D-Audioaufnahmen, Produktion und Systemdesign spezialisiert hat. In seinen Rauminstallationen und Kompositionen beschäftigt er sich mit Klang im Raum, räumlichem Hören und der Bedeutung von Soundscapes für Gesellschaft und Umwelt. Deufel ist Gründer des Studios „Not a Number“ und arbeitet derzeit an der Entwicklung einer 3D-Audio-Software. Im Jahr 2020 gründete er das Zentrum für immersive Medienkunst, Musik und Technologie (ZiMMT) in Leipzig.

 

Eine Koproduktion mit der Schaubühne Lindenfels und dem Verein 4fürTANZ Leipzig. Unterstützt durch die Kirow Ardelt GmbH / TECHNE SPHERE LEIPZIG GmbH und das NATIONALE PERFORMANCE NETZ - STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz.

Do / 01.09. / 20:00
Fr / 02.09. / 20:00
Sa / 03.09. / 20:00

Ort: Kirow-Werke (Niemeyerstraße 2-5)
Treffpunkt: Pforte für Besucher:innen bis 15 Minuten vor Aufführungsbeginn

Der Vorverkauf startet bald!

Tickets in der Schaubühne, online und an allen Reservix-VVK-Stellen:
15 / 9 (erm.) Euro

 

Im Vorfeld der Vorstellung am 2. September findet in den Kirow-Werken um 19 Uhr ein Showing von Elena Francalancis "Viscerale Crescendo" statt.

Ähnliche Veranstaltungen

×