Spielplan
LEIPZIG PREMIERE
Paris, 2020: Annie Ernaux kehrt in ihre Heimatstadt Rouen zurück, um ihren neuesten Roman zu signieren. Während der Reise erfasst sie plötzlich ein Schwindel, der sie in den Sommer des Jahres 1958 zurückversetzt. Dort wird sie mit einer frühen Erfahrung sexualisierter Gewalt konfrontiert, die ihr Leben nachhaltig geprägt hat. Die unerwartete Zeitverschiebung eröffnet ihr einen Zugang zu verdrängten Erinnerungen und ermöglicht eine neue Perspektive auf ihr jüngeres Ich. Schritt für Schritt entsteht ein Verständnis für jene Phase ihres Lebens, zu der sie bislang keinen Zugang hatte. Judith Godrèche, Regisseurin und feministische Aktivistin, nähert sich dem gleichnamigen Roman der Nobelpreisträgerin Annie Ernaux mit äußerster Feinfühligkeit. Durch seine überzeugende Umsetzung leistet MÉMOIRE DE FILLE einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung von Übergriffen.
Annie Ernaux est sollicitée pour une séance de dédicace dans la ville de son enfance, Rouen. Alors qu’elle s’y rend, elle est prise d’un vertige et replonge dans le souvenir de l’été 1958, celui d’une expérience précoce de
violence sexuelle dont l’onde de choc s’est propagée violemment dans son corps et sur le reste de son existence. Judith Godrèche, réalisatrice et militante féministe, aborde le roman éponyme de la lauréate du prix Nobel avec une extrême sensibilité.